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AI.ONAIR: AUS EINEM RADIO WIRD EIN NETZWERK

Am 13. Juni 2026 ging AI.OnAir an den Start. Keine drei Monate später ist aus der Idee eines handkuratierten Radios für KI-Musik ein wachsendes Projekt mit eigenen Formaten, neuen Köpfen, technischer Entwicklung und einer ungewöhnlichen Verbindung zu WILD geworden.

Text: WILD Redaktion ·

AI.ONAIR: AUS EINEM RADIO WIRD EIN NETZWERK

Die Geschichte zwischen WILD und AI.OnAir begann nicht mit einer Presseanfrage, sondern mit einer Diskussion im Internet und einem spontanen Telefonat mit Dennis Vorberg. Heute, am 6. September 2026, sieht das Projekt bereits anders aus als in seinen ersten Tagen. Zeit für einen neuen Blick auf AI.OnAir, seine Menschen, die AI Top 100 Germany, die Idee hinter dem Radio und eine Zusammenarbeit, die bei diesem ersten Anruf niemand geplant hatte.

Manchmal beginnt eine Geschichte nicht mit einer Pressemitteilung, einem Interviewtermin oder einer sorgfältig vorbereiteten Anfrage. Manchmal beginnt sie unter einem Beitrag in den sozialen Medien, mit unterschiedlichen Ansichten und der Entscheidung, nicht noch weitere Kommentare zu schreiben, sondern einen Menschen einfach anzurufen.

Genau so begann die Geschichte zwischen WILD und AI.OnAir. In einer Diskussion über Angebote für KI-Musik tauchte der Name AI.OnAir auf. Dennis Vorberg hatte auf das Projekt aufmerksam gemacht, gleichzeitig wurden unterschiedliche Vorstellungen darüber sichtbar, was ein KI-Radio eigentlich ausmacht und wie sich die verschiedenen Angebote der noch jungen Szene voneinander unterscheiden.

Ich hätte mich an dieser Diskussion beteiligen und weitere Kommentare schreiben können. Stattdessen suchte ich auf der Website von AI.OnAir nach einer Telefonnummer. Ich fand sie und rief Dennis an.

Aus einer einfachen Nachfrage wurde ziemlich schnell ein längeres Gespräch über Musik, künstliche Intelligenz, Artists, Radio und Community. Vor allem wurde deutlich, wie wenig sich ein Projekt aus ein paar Sätzen in einer Kommentarspalte heraus beurteilen lässt. Hinter AI.OnAir standen Menschen, Ideen und eine Geschichte, die wesentlich interessanter waren als die Diskussion, durch die wir überhaupt miteinander in Kontakt gekommen waren.

Aus diesem Telefonat entstand die Idee, AI.OnAir in WILD vorzustellen. Heute, am 6. September 2026, reicht es allerdings nicht mehr, diesen ersten Artikel einfach noch einmal zu erzählen. Seitdem hat sich zu viel verändert. AI.OnAir ist gewachsen, neue Menschen und Aufgaben sind hinzugekommen, Formate haben sich entwickelt und aus dem ersten Kontakt zwischen zwei Projekten ist inzwischen eine sichtbare Zusammenarbeit entstanden.

Deshalb beginnt diese Geschichte noch einmal von vorn. Nicht aus der Perspektive des Starts, sondern aus der Sicht von heute.

🟨 AM 13. JUNI GING AI.ONAIR AUF SENDUNG

Der offizielle Start von AI.OnAir war am 13. Juni 2026. Hinter der ursprünglichen Idee steht Dennis Vorberg, der sich bereits seit 2022 mit KI-gestützter Musik beschäftigt. Zunächst arbeitete er unter dem Namen VORB X BEATS, später entwickelte sich daraus idago.music. Mit Projekten wie Klartext und DIDAGO entstanden unterschiedliche musikalische Identitäten, bevor aus der Beschäftigung mit KI-Musik die Idee für ein eigenes Radio wuchs.

AI.OnAir sollte dabei nicht einfach ein weiterer Ort werden, an dem möglichst viele Titel automatisiert hintereinander abgespielt werden. Der Anspruch war von Beginn an, Musik bewusst auszuwählen und gleichzeitig eine Plattform für Menschen zu schaffen, die mit künstlicher Intelligenz oder hybriden Produktionsformen arbeiten.

Zum frühen Umfeld des Projekts gehörte auch Jennifer Ludwig, die unter dem Künstlernamen JNY selbst musikalisch aktiv ist. Damit bekam AI.OnAir von Anfang an nicht nur die Perspektive eines Betreibers, sondern auch die Sicht eines Artists auf eine Szene, in der Sichtbarkeit zu einer der entscheidenden Fragen geworden ist.

Denn eines verändert sich durch generative Musik besonders schnell: Musik zu produzieren und Musik gehört zu bekommen sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. Je einfacher Werkzeuge den kreativen Prozess zugänglich machen, desto größer wird gleichzeitig die Menge neuer Veröffentlichungen. Genau zwischen diesen beiden Welten wollte AI.OnAir seinen Platz finden.

🟨 EIN RADIO, DAS MENSCHEN AUSWÄHLEN LÄSST

Das Herzstück von AI.OnAir ist der 24/7-Musikstream. Die Auswahl der Musik soll nach Angaben des Projekts bewusst handkuratiert erfolgen. Damit steht zwischen einem eingereichten Titel und dem Programm nicht ausschließlich ein automatischer Empfehlungsmechanismus, sondern eine menschliche Entscheidung.

Musikalisch will sich AI.OnAir dabei nicht auf ein enges Genre festlegen. Das Programm reicht von ruhigeren Sounds wie Deep Soul über elektronische Musik und Tech House bis hin zu Deutschrock. Gerade diese Mischung gehört zum Konzept, denn die KI-Musikszene lässt sich längst nicht mehr auf einen bestimmten Sound reduzieren.

Das ist eine interessante Umkehrung. Ausgerechnet ein Radio, dessen musikalisches Umfeld stark von künstlicher Intelligenz geprägt ist, setzt bei einer der wichtigsten Entscheidungen auf Menschen. KI kann beim Entstehen der Musik eine Rolle spielen, die Auswahl dessen, was anschließend im Programm stattfindet, soll jedoch nicht einfach einem Algorithmus überlassen werden.

Damit löst AI.OnAir nicht automatisch das große Problem der Sichtbarkeit. Kein Radio und keine Playlist kann die Menge an Musik auffangen, die inzwischen täglich entstehen kann. Das Projekt versucht aber, einen Filter zu schaffen, der nicht allein von Reichweitenzahlen oder Plattformalgorithmen bestimmt wird.

🟨 DANN KAM SIMON

Eine der ungewöhnlichsten Geschichten aus der Anfangszeit von AI.OnAir ist die von Simon aus Iserlohn. Kurz nach dem Start nahm er Kontakt zu Dennis auf. Aus der ursprünglichen Begeisterung für das Projekt entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit ein intensiver Austausch.

Simon beschäftigte sich zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahren intensiv mit künstlicher Intelligenz. Seit 2023 arbeitet er nach eigenen Angaben täglich mit ChatGPT und anderen Sprachmodellen und beschäftigt sich unter anderem mit APIs, lokalen Sprachmodellen, Bild-, Video- und Sprachsystemen, LoRA-Training sowie der Verbindung verschiedener KI-Werkzeuge zu kompletten Workflows.

Damit brachte er etwas in AI.OnAir ein, das über Musikredaktion hinausgeht. Während Dennis die ursprüngliche Idee und das Radio vorantrieb, öffnete Simon eine technische Ebene, auf der aus einzelnen Funktionen zunehmend ein größeres digitales Projekt entstehen konnte.

Seine Rolle blieb zunächst bewusst etwas im Hintergrund. Dennis beschrieb das damals mit einem Augenzwinkern und machte deutlich, dass man Simon und seine Ideen nicht mehr missen wolle. Rückblickend war dieser frühe Kontakt ein wichtiger Moment, denn AI.OnAir begann bereits kurz nach seinem Start, über die ursprüngliche Radiostruktur hinauszuwachsen.

🟨 DIE AI TOP 100 GERMANY

Ein weiterer Baustein ist die AI Top 100 Germany. Das Format soll ausgewählten Artists zusätzliche Sichtbarkeit verschaffen und die enorme Menge neuer Musik stärker kuratieren. Nach den ursprünglichen Angaben von AI.OnAir öffnet sich die monatliche Einreichung jeweils am 11. eines Monats, wobei die Zahl der angenommenen Einsendungen bewusst begrenzt wurde.

In der Anfangsphase war von maximal 30 eingereichten Titeln für eine Auswahlrunde die Rede. Dahinter steckt ein nachvollziehbarer Gedanke: Nicht möglichst viele Dateien sammeln, sondern tatsächlich Zeit haben, Musik anzuhören und eine Auswahl zu treffen.

Zur AI Top 100 Germany gehört außerdem eine eigene Spotify-Playlist von AI.OnAir. Damit existiert das Format nicht ausschließlich innerhalb des eigenen Radioprogramms. Ausgewählte Musik bekommt eine zusätzliche Präsenz auf einer der Plattformen, auf denen Artists ohnehin um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Gerade diese Verbindung aus Radio und Playlist zeigt, wohin sich AI.OnAir entwickeln möchte. Der Stream bleibt das Zentrum, doch darum entstehen weitere Möglichkeiten, Musik sichtbar zu machen. Für Artists wird damit nicht nur die Frage interessant, ob ein Titel gespielt wird, sondern auch, in welchem Umfeld er anschließend weiter präsentiert werden kann.

🟨 DIE ARTISTS BEKOMMEN EIN EIGENES ZUHAUSE

Inzwischen geht AI.OnAir bei der Präsentation der Artists noch einen Schritt weiter. Künstler können auf der Plattform eine eigene Artist Page erhalten, auf der nicht nur ihre Musik im Mittelpunkt steht. Eine Biografie stellt den Menschen und das Projekt hinter den Songs vor, ergänzt durch direkte Verlinkungen zu den jeweiligen Plattformen und Profilen.

Damit entsteht aus einem einzelnen Airplay ein deutlich größerer Zusammenhang. Wer einen Song im Radio entdeckt und wissen möchte, wer dahintersteht, kann den Artist anschließend näher kennenlernen und von dort aus dessen weitere musikalische Arbeit entdecken. Gerade für neue oder noch weniger bekannte Künstler schafft das einen festen Platz, an dem Musik, Hintergrund und digitale Präsenz zusammengeführt werden.

Die Artist Pages zeigen zugleich, wie sich die ursprüngliche Radioidee erweitert hat. AI.OnAir möchte Musik nicht nur abspielen, sondern den Menschen dahinter Raum geben. In einer Szene, in der täglich neue Titel erscheinen, kann genau diese Verbindung zwischen Song und Persönlichkeit entscheidend dafür sein, ob aus einem kurzen Hörerlebnis echtes Interesse entsteht.

🟨 OMA UND OPA STATT TECHNIK-VORTRAG

Wer bei einem Projekt rund um KI-Musik nach der großen Vision fragt, könnte mit einer Antwort über Algorithmen, Automatisierung oder technische Innovation rechnen. Dennis beschrieb seine Vorstellung jedoch mit einem vollkommen anderen Bild.

Er erinnerte an Wochenenden bei Oma und Opa. Die Familie kam zusammen, Mama und Papa waren da, Onkel und Tanten gehörten dazu und man hatte dieses besondere Gefühl, irgendwo willkommen und aufgehoben zu sein. Genau ein solches Gefühl von Zugehörigkeit wollte er auf seine Weise auf AI.OnAir übertragen.

Dieses Bild ist bis heute einer der interessantesten Teile der Geschichte. Denn es verschiebt den Mittelpunkt weg von der Technologie und hin zu den Menschen. KI ist bei AI.OnAir nicht die eigentliche Geschichte. Sie ist das Werkzeug und der gemeinsame Ausgangspunkt, über den Menschen überhaupt zueinanderfinden.

Für neue Artists soll daraus ein Ort entstehen, an dem sie nicht das Gefühl haben, bereits eine große Reichweite mitbringen zu müssen, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Erfahrenere Artists sollen zusätzliche Möglichkeiten bekommen, ihre Musik vorzustellen. Und Hörer sollen am Ende vor allem eines können: Musik hören.

Ob ein wachsendes Projekt dieses Gefühl dauerhaft bewahren kann, wird sich mit seiner weiteren Entwicklung zeigen. Doch die Vorstellung erklärt, warum Dennis AI.OnAir nie ausschließlich als technischen Stream verstanden hat.

🟨 AUS DREI MONATEN WIRD EINE ENTWICKLUNG

Knapp drei Monate sind für ein Medienprojekt keine lange Zeit. Normalerweise reicht dieser Zeitraum kaum aus, um aus einer Idee eine erkennbare Struktur entstehen zu lassen. Bei AI.OnAir hat sich dennoch bereits einiges verändert.

Aus dem Radio wurden zusätzliche Formate, aus einzelnen Kontakten entstanden neue Verbindungen und auch die Aufgaben innerhalb des Projekts wurden breiter. Neben der AI Top 100 Germany und der Spotify-Playlist gibt es inzwischen eigene Artist Pages. Dort werden Künstler mit ihrer Biografie vorgestellt und direkt mit ihren weiterführenden Plattformen und Profilen verlinkt.

Gerade für neue oder noch weniger bekannte Artists ist das mehr als nur eine zusätzliche Unterseite. Es schafft einen festen Ort, an dem Musik, Hintergrund und Persönlichkeit zusammengeführt werden können. Wer einen Titel bei AI.OnAir hört und mehr über den Menschen dahinter erfahren möchte, bekommt damit einen direkten Einstieg.

Die aktuelle öffentliche Teamdarstellung zeigt inzwischen Dennis, Simon, Ingo und Andreas. Damit wird auch sichtbar, dass AI.OnAir heute anders aufgestellt ist als in seiner unmittelbaren Gründungsphase.

Dennis steht als Head of Station im Zentrum des Radioprojekts. Simon arbeitet vor allem an der technischen und konzeptionellen Weiterentwicklung. Ingo ist als Music Editor Teil des Teams. Und mit Andreas ist inzwischen ausgerechnet derjenige als Music Editor und WILD Founder dabei, dessen erster Kontakt mit AI.OnAir aus einer Diskussion und einem spontanen Telefonanruf entstanden war.

Das war beim ersten Gespräch nicht geplant. Vielleicht macht gerade das diese Entwicklung so interessant.

🟨 UND PLÖTZLICH WAR WILD TEIL DER GESCHICHTE

WILD sollte AI.OnAir ursprünglich journalistisch vorstellen. Nicht mehr und nicht weniger. Aus dem ersten Artikel entwickelte sich jedoch weiterer Austausch mit Dennis und Simon. Wir sprachen über Musik, Medien, Künstler, Technik und darüber, welche Möglichkeiten entstehen können, wenn unterschiedliche Projekte nicht versuchen, einander zu ersetzen.

Heute besitzt WILD einen eigenen sichtbaren Bereich innerhalb von AI.OnAir. Dort werden WILD-Themen und Cover präsentiert, während die vollständigen Artikel auf wildmusik.de gelesen werden. AI.OnAir wird dadurch nicht Eigentümer oder Herausgeber von WILD. Die redaktionellen Inhalte bleiben bei WILD, während AI.OnAir zusätzliche Wege zu diesen Geschichten eröffnet.

Gleichzeitig bin ich inzwischen selbst als Music Editor Teil des AI.OnAir-Teams. Genau deshalb ist Transparenz an dieser Stelle wichtig. WILD und AI.OnAir arbeiten zusammen, sind aber nicht dasselbe Projekt. AI.OnAir ist Radio, Musikplattform und Community. WILD bleibt eine eigenständige Musikzeitung mit eigener redaktioneller Verantwortung.

Diese Trennung ist keine Formalität. Zusammenarbeit funktioniert langfristig nur, wenn beide Seiten ihre eigene Identität behalten dürfen. Für WILD bedeutet das auch, dass Nähe zu einem Projekt nicht darüber entscheidet, wie darüber berichtet wird.

🟨 VIER KÖPFE UND UNTERSCHIEDLICHE AUFGABEN

Mit Dennis, Simon, Ingo und Andreas zeigt AI.OnAir inzwischen vier Menschen öffentlich als Team. Ihre Aufgaben unterscheiden sich deutlich, und gerade das macht die heutige Struktur interessanter als die Vorstellung eines anonymen Internetradios.

Dennis steht für das Radio und die ursprüngliche Vision. Simon bringt die technische Perspektive und seine intensive Beschäftigung mit KI-Systemen ein. Ingo arbeitet redaktionell mit Musik. Andreas verbindet die Musikredaktion mit WILD und damit einem journalistischen Projekt, das Künstler und Entwicklungen dieser Szene begleitet.

Aus diesen unterschiedlichen Rollen entsteht kein klassisches Radioteam, wie man es aus einem traditionellen Sender kennen würde. AI.OnAir befindet sich weiterhin im Aufbau und entwickelt die Kombination aus Radio, Technik, Community und redaktionellen Inhalten kontinuierlich weiter.

Gerade die Geschwindigkeit dieser Entwicklung fällt auf. Innerhalb weniger Monate ist aus einem jungen Radio ein Projekt geworden, das immer mehr Berührungspunkte für Artists und Hörer schafft und innerhalb der KI-Musikszene zunehmend Aufmerksamkeit auf sich zieht.

🟨 EINE SZENE, IN DER NICHT NUR EINER PLATZ HAT

Die Entstehungsgeschichte zwischen WILD und AI.OnAir hat noch eine zweite Ebene. Der erste Kontakt entstand schließlich aus einer Diskussion darüber, wie unterschiedliche Angebote innerhalb der KI-Musikszene einzuordnen sind. Rückblickend wirkt die entscheidende Frage jedoch weniger interessant als damals.

Die deutschsprachige KI-Musikszene entwickelt sich mit enormer Geschwindigkeit. Radios, Communities, Playlists, Magazine, Labels, Künstlerprojekte und technische Plattformen entstehen nebeneinander. Einige verfolgen ähnliche Ideen, andere unterscheiden sich grundlegend. Nicht jedes neue Projekt muss deshalb automatisch der Konkurrent eines bereits bestehenden Angebots sein.

Für Artists kann gerade diese Vielfalt wertvoll werden. Ein Radio kann Musik spielen, eine Playlist kann zusätzliche Reichweite schaffen, Artist Pages können Künstler und ihre Geschichten dauerhaft präsentieren, eine Community kann Austausch ermöglichen und ein journalistisches Medium kann die Menschen und Entwicklungen hinter dieser neuen Musikwelt begleiten. Diese Aufgaben müssen nicht zwangsläufig unter einem einzigen Dach stattfinden.

AI.OnAir und WILD sind inzwischen selbst ein Beispiel dafür. Beide Projekte arbeiten zusammen, ohne identisch zu werden. Vielleicht liegt genau darin ein Modell, das für eine junge Szene interessanter ist als die permanente Frage, wer zuerst da war.

🟨 DIE TECHNIK IST NUR DIE HALBE GESCHICHTE

Bei einem Projekt mit dem Begriff AI im Namen könnte man leicht annehmen, dass Technologie zwangsläufig alles dominiert. Tatsächlich zeigt die bisherige Entwicklung von AI.OnAir beinahe das Gegenteil.

Natürlich spielt Technik eine große Rolle. Ohne Streaming-Infrastruktur, Webentwicklung, Automatisierung und moderne KI-Werkzeuge wäre ein Projekt dieser Art kaum denkbar. Mit Simon befindet sich zudem jemand im Team, der sich genau mit diesen Systemen intensiv beschäftigt.

Doch die entscheidenden Momente dieser Geschichte waren bislang erstaunlich menschlich. Simon kam durch einen persönlichen Kontakt ins Team. Die Verbindung zu WILD entstand durch ein Telefonat. Dennis beschreibt seine Vision nicht mit einem technischen Fachbegriff, sondern mit einer Familienerinnerung. Und die Musik im Stream soll bewusst von Menschen ausgewählt werden.

Vielleicht ist das eine der wichtigsten Erkenntnisse nach den ersten Monaten: Je stärker künstliche Intelligenz Teil kreativer Prozesse wird, desto wichtiger könnte gleichzeitig die menschliche Auswahl werden. Technologie kann Möglichkeiten schaffen. Vertrauen, Geschmack und Beziehungen entstehen trotzdem nicht automatisch.

🟨 AUS EINEM ANRUF WURDE MEHR

Als ich Dennis zum ersten Mal anrief, ging es nicht darum, Teil von AI.OnAir zu werden. Es ging auch nicht darum, eine Kooperation vorzubereiten. Ich wollte wissen, wer hinter diesem Projekt steckt und warum Dennis bestimmte Dinge so sah, wie er sie sah.

Heute bin ich selbst Teil des Teams und WILD besitzt einen festen Platz auf AI.OnAir. Diese Entwicklung war nicht geplant und gerade deshalb gehört sie in diese Geschichte.

Sie zeigt außerdem, warum persönliche Gespräche manchmal mehr verändern können als öffentliche Diskussionen. Man kann unterschiedlicher Meinung sein und trotzdem neugierig genug bleiben, um die andere Seite kennenzulernen. Das bedeutet nicht, anschließend alles genauso sehen zu müssen. Es bedeutet lediglich, einen Menschen nicht auf einen Kommentar oder ein Logo zu reduzieren.

Für WILD ist genau das inzwischen zu einem wichtigen Teil der eigenen Arbeit geworden. Hinter Songs, Künstlernamen, Radios, Plattformen und Projekten stehen Menschen. Wer ihre Geschichten erzählen will, sollte mit ihnen sprechen.

🟨 WAS KOMMT NACH DEN ERSTEN DREI MONATEN?

AI.OnAir ist heute deutlich größer als beim Start am 13. Juni und trotzdem weiterhin ein sehr junges Projekt. Viele Ideen befinden sich noch in Entwicklung, während andere innerhalb weniger Wochen bereits umgesetzt wurden. Die Geschwindigkeit, mit der neue Formate, Artist Pages, Kooperationen und Strukturen entstanden sind, zeigt, dass hinter AI.OnAir derzeit viel Bewegung steckt.

Gleichzeitig wächst das Interesse an dem Projekt. Artists suchen den Kontakt, Musik wird eingereicht, neue Künstlerseiten entstehen und die verschiedenen Bereiche beginnen zunehmend ineinanderzugreifen. Aus Radio, AI Top 100 Germany, Spotify-Playlist, Artist Pages und Community entwickelt sich Schritt für Schritt ein Netzwerk, das Künstler nicht nur spielen, sondern sichtbarer machen möchte.

Wo AI.OnAir in einem Jahr stehen wird, kann heute niemand seriös vorhersagen. Aber nach den ersten knapp drei Monaten lässt sich bereits feststellen, dass aus der ursprünglichen Radioidee erheblich mehr geworden ist.

Am 13. Juni 2026 begann diese Geschichte mit einem Radio.

Am 6. September besteht sie aus einem 24/7-Stream, der AI Top 100 Germany, einer Spotify-Playlist, eigenen Artist Pages mit Biografien und Verlinkungen, einem gewachsenen Team, neuen Kooperationen und einer Community, die immer stärker auf das Projekt aufmerksam wird.

Und irgendwo dazwischen steht eine unabhängige Musikzeitung, die ursprünglich einfach nur wissen wollte, wer hinter AI.OnAir steckt.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Geschichte. Nicht, dass von Anfang an alles feststand, sondern dass Menschen aufeinandertrafen und daraus immer neue Ideen entstanden.

Und angefangen hat alles mit einem Telefonat.