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Podcasts auf Spotify: Was die Plattform für Creator wirklich kann

Reichweite, Monetarisierung und neue Features: ein praktischer Überblick für Musiker und Podcaster

Text: WILD Redaktion ·

Podcasts auf Spotify: Was die Plattform für Creator wirklich kann

Spotify hat sich als ernstzunehmende Podcast-Plattform neben Apple Podcasts gestellt. Mit mehreren Hundert Millionen Nutzer*innen, wachsenden Video-Podcast-Funktionen und einem eigenen Partner-Programm lohnt sich der Blick auf die technischen Voraussetzungen, die Verteilung und die tatsächlichen Verdienstmöglichkeiten. Wir ordnen ein, was Stand September 2026 wirklich verfügbar ist.

Spotify ist nicht mehr nur ein Musikdienst. Die Plattform hat sich als ernstzunehmender Ort für Podcasts etabliert und buhlt aktiv um Creator, die bisher woanders veröffentlichen. Die Frage ist nur: Was bringt das Musiker*innen, Podcaster*innen und Creator*innen tatsächlich? Und vor allem: Was ist davon Stand September 2026 wirklich verfügbar?

🟨 WARUM SPOTIFY FÜR PODCASTER INTERESSANT IST

Die Zahlen klingen beeindruckend. Spotify gibt auf dem eigenen Support-Artikel an, dass Creator durch die Veröffentlichung eines Podcasts auf Spotify mehr als 450 Millionen Hörer*innen in über 200 Ländern und Regionen erreichen. Das ist eine Eigenangabe von Spotify, und es lohnt sich, sie mit Vorsicht zu betrachten.

Andere Quellen nennen abweichende Nutzer*innenzahlen: Ein Ausha-Leitfaden von Juli 2024 spricht von mehr als 650 Millionen aktiven Nutzer*innen, ein Beitrag von podcastmonkey.co vom April 2026 nennt 626 Millionen aktive Nutzer*innen weltweit. Die Unterschiede kommen vermutlich durch unterschiedliche Definitionen zustande.

Ob es sich um monatlich aktive Nutzer*innen handelt oder um alle registrierten Accounts, wird in den Quellen nicht einheitlich gehandhabt. Unabhängig davon, welcher Zahl man vertraut, bleibt die Reichweite enorm.

Buzzsprout bezeichnet Spotify als das zweitbeliebteste Podcast-Verzeichnis und gibt an, dass Spotify 26,5 Prozent aller Podcast-Downloads ausmacht. Das ist ein klarer Unterschied zu Apple Podcasts, das weiterhin den größten Marktanteil hält, aber eben auch zeigt, dass Spotify für Creator keine Nische mehr ist. Wer bereits Spotify for Artists nutzt, wird für die Podcast-Veröffentlichung laut Spotify an das Hilfe-Center für Spotify for Podcasters verwiesen.

🟨 DEN PODCAST AUF SPOTIFY BRINGEN

Spotify nimmt Podcasts in der Regel über die Einreichung eines RSS-Feeds auf. Wer keinen eigenen Hosting-Anbieter nutzt, kann seinen Podcast nach Angaben von Buzzsprout auch direkt bei Spotify for Podcasters hosten und dort Audio- und Videoepisoden hochladen.

Spotify verteilt den Podcast dann über seine eigene App und Website. Dieser Schritt ist kostenlos, und neue Podcasts werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigeschaltet, wie Buzzsprout in seinem Leitfaden beschreibt.

Hat man den Podcast bereits bei einem externen Hoster wie Buzzsprout, Voxnest, Podbean oder einem anderen Anbieter, kann man die Show über Spotify for Creators beanspruchen. Das funktioniert über einen 8-stelligen Code, der an die im RSS-Feed hinterlegte E-Mail-Adresse gesendet wird. Wichtig dabei: Eine Show kann bei Spotify for Creators nur einmal beansprucht werden.

Wer eine bereits beanspruchte Show übernehmen möchte, muss den bestehenden Admin oder Owner kontaktieren. Das kann in der Praxis zum Problem werden, wenn Podcasts in Teams umziehen oder alte Accounts nicht mehr erreichbar sind.

🟨 SPOTIFY FOR CREATORS: TOOLS UND ÖKOSYSTEM

Die Seite creators.spotify.com bewirbt verschiedene Tools zur Verwaltung von Audio- und Video-Podcasts und zur Steigerung ihrer Reichweite. Spotify for Creators unterstützt Creator dabei, ihre Show zu verbreiten, Hörer*innen zu erreichen und das Wachstum zu tracken, unabhängig davon, wo der Podcast tatsächlich gehostet wird. Das ist insofern relevant, als Spotify hier bewusst ein offenes Ökosystem signalisiert und nicht erzwingt, dass der Podcast exklusiv über Spotify gehostet wird.

Auf dem Papier klingt das nach einem umfangreichen Angebot. Die konkrete Einbettung von Promotion-Tools wie Discovery Mode, Displaykampagnen oder Playlist-Editor*innen-Vorschlägen im Podcast-Bereich lässt sich anhand der vorliegenden Quellen allerdings nicht im Detail belegen. Diese Funktionen werden in verschiedenen Spotify-for-Artists-Kontexten für Musik beworben, aber eine klare Zuordnung zu einem separaten Podcast-Promotion-Toolkit innerhalb von Spotify for Creators war aus den abgerufenen Quellen nicht ableitbar.

Das bedeutet nicht, dass diese Funktionen nicht existieren. Es bedeutet nur, dass die vorliegenden Quellen keine verlässliche Detailbeschreibung liefern.

🟨 GELD VERDIENEN: DAS SPOTIFY PARTNER PROGRAM

Das Spotify Partner Program dient als Monetarisierungslösung und ermöglicht zusätzliche Einnahmequellen bei Video und Audio. Die Hürden für die Teilnahme wurden im Laufe des Jahres 2026 deutlich gesenkt.

Am 7. Januar 2026 gab Spotify bekannt, dass die Berechtigungsschwelle für engagierte Audience-Mitglieder von 2.000 auf 1.000 gesenkt wurde, gemessen an den Plays der letzten 30 Tage. Ebenfalls gesenkt wurde die Schwelle bei der konsumierten Zeit: von 10.000 Stunden auf 2.000 Stunden in den letzten 30 Tagen.

Und auch bei den veröffentlichten Episoden wurde von 12 auf nur noch 3 Episoden reduziert, all time gezählt. Das sind deutliche Änderungen, die das Programm für kleinere Creator deutlich zugänglicher machen.

Seit dem 21. Mai 2026 sind Creator Sponsorships für Creator und Publisher im Spotify Partner Program live. Dabei handelt es sich um gesponserte Inhalte, die Creator in ihre Episoden einbetten können.

Seit April 2026 können Creator Host-Read-Sponsorships in Videoepisoden zudem entfernen, ersetzen und hinzufügen. Das gibt mehr Flexibilität bei der Umsetzung von Werbe-Deals, als man es von vielen anderen Plattformen kennt.

Ebenfalls am 7. Januar 2026 kündigte Spotify eine Distribution API an, über die Creator und Publisher Videos direkt von teilnehmenden Hosting-Plattformen veröffentlichen und monetarisieren können sollen. Als geplante Partner wurden Acast, Audioboom, Libsyn, Omny und Podigee genannt. Ein konkreter Starttermin für diese API ist aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich.

Die Ankündigung stammt vom Januar 2026 und verwendet Formulierungen wie „coming soon" und „look out for more information on availability soon". Stand September 2026 bleibt unklar, ob diese Integration tatsächlich verfügbar ist.

🟨 NEUE FEATURES: MEMBERSHIPS UND PERSONAL PODCASTS

Spotify hat am 21. Mai 2026 gleich mehrere neue Funktionen angekündigt, die das Angebot über klassische Podcast-Distribution hinaus erweitern sollen. Bei Memberships handelt es sich um eine neue Möglichkeit für Creator, wiederkehrende Einnahmen direkt von Fans auf Spotify zu erzielen. Das Modell erinnert an Abonnement-Funktionen auf anderen Plattformen.

Laut der Ankündigung vom Mai 2026 sollten Memberships für ausgewählte Creator starten. Ob das bis September 2026 tatsächlich geschehen ist, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht bestätigen.

Ebenfalls angekündigt wurden Personal Podcasts. Dabei handelt es sich um eine Funktion, die es Premium-Nutzer*innen ermöglicht, eigene Podcast-ähnliche Audio-Inhalte zu erstellen oder zu konsumieren. Der Rollout sollte im Monat nach dem 21. Mai 2026 für berechtigte Premium-Nutzer*innen in den USA starten, mit einer festgelegten monatlichen Anzahl an Credits und der Option, weitere zu kaufen.

Der Status zum 27. September 2026 ist aus den vorliegenden Quellen nicht bestätigt. Es ist möglich, dass diese Funktion in den USA mittlerweile verfügbar ist, aber die Quellen liefern dazu keine verlässliche Aussage.

Für Creator, die Abonnements auf anderen Plattformen verwalten, bleibt Spotify Open Access eine Option. Über diese Funktion können gated Inhalte weiterhin über Spotify verteilt werden, auch wenn das eigentliche Abonnement woanders verwaltet wird. Das ist ein pragmatischer Ansatz, der Creatorn den Umstieg nicht unnötig schwer macht.

🟨 VIDEO-PODCASTS AUF SPOTIFY

Video-Podcasts gewinnen auf Spotify deutlich an Gewicht. Spotify gab am 21. Mai 2026 an, dass mehr als 500 Millionen Nutzer*innen einen Video-Podcast gestreamt haben. Das sei ein Anstieg um fast 50 Prozent im Jahresvergleich.

Das ist eine beeindruckende Zahl, die zeigt, dass das reine Audio-Erlebnis für viele Nutzer*innen nicht mehr ausreicht. Video-Podcasts bieten Creator*innen die Möglichkeit, eine stärkere Bindung zum Publikum aufzubauen, und sie eröffnen zusätzliche Werbeformen.

Spotify hat die Distribution von Video-Podcasts über Partner-Hoster angekündigt. Das würde bedeuten, dass Creator ihren Video-Podcast nicht extra bei Spotify hochladen müssen, sondern die Verteilung über ihren bestehenden Hosting-Anbieter laufen kann. Ein konkreter Starttermin für diese Funktion ist aus den Quellen nicht ersichtlich. Die Ankündigung deutet darauf hin, dass Spotify das Video-Podcast-Angebot massiv ausbauen will, aber der konkrete Zeitplan bleibt vage.

🟨 FÜR WEN LOHNT SICH SPOTIFY ALS PODCAST-PLATTFORM?

Die Antwort hängt stark davon ab, was man mit seinem Podcast erreichen will. Wer bereits Spotify for Artists nutzt, hat mit dem Podcast-Angebot einen niedrigschwelligen Einstieg in ein zweites Format. Der Einstieg über das bestehende Spotify-for-Artists-Konto ist praktisch, wenn man als Musiker*in auch Podcasts machen möchte, um Fans hinter den Songs zu erreichen.

Die gesenkten Schwellenwerte beim Partner Program machen die Monetarisierung für kleinere Creator realistischer als noch Anfang 2026. Wer drei Episoden veröffentlicht hat und innerhalb von 30 Tagen 2.000 Stunden Hörzeit und 1.000 engagierte Audience-Mitglieder vorweisen kann, qualifiziert sich bereits. Das ist für viele Hobby-Podcaster ein erreichbares Ziel.

Die größte Unbekannte bleibt, was von den angekündigten neuen Funktionen tatsächlich verfügbar ist. Memberships und Personal Podcasts klingen vielversprechend, aber ohne bestätigte Verfügbarkeit zum Redaktionsstand September 2026 wäre es unseriös, sie als Argument für einen Umstieg zu präsentieren. Hier gilt: Erst prüfen, dann planen.

Wer Video-Podcasts produzieren will, sollte Spotify auf dem Schirm haben. Die Wachstumszahlen bei Video-Podcasts sind eindrucksvoll, und die Integration von Host-Read-Sponsorships in Videoepisoden gibt Creator*innen mehr Kontrolle über ihre Werbeeinnahmen. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass die Produktion von Video-Podcasts deutlich aufwändiger ist als Audio-only.

Spotify ist nicht die einzige Podcast-Plattform, und es ist auch nicht für jeden das Richtige. Apple Podcasts hat nach wie vor einen großen Marktanteil, und Plattformen wie YouTube oder SoundCloud bieten andere Stärken. Aber für Creator, die bereits im Spotify-Ökosystem unterwegs sind, ist der Podcast eine logische Erweiterung.