RIVΛHN: Endlich anfangen, sich selbst zu hören
Marcel H. hat seinen Wunsch nach eigener Musik jahrzehntelang mitgenommen. Heute macht er daraus Songs über Selbstbestimmung, Verletzlichkeit und die Frage, wie aufmerksam wir einander begegnen.
Text: WILD Redaktion ·

Ein Song zum Firmenjubiläum brachte etwas in Bewegung, das lange keinen Platz gefunden hatte. Seit seinem Debüt im November 2025 entwickelt RIVΛHN ein Künstlerprojekt, in dem persönliche Geschichten, gesellschaftliche Beobachtungen und KI-gestützte Produktion zusammenkommen. Im WILD MIC CHECK erzählt Marcel von schwierigen Anfängen, hartnäckiger Detailarbeit und dem Mut, etwas Persönliches öffentlich werden zu lassen.
Ein zehnjähriges Firmenjubiläum ist ein ungewöhnlicher Ausgangspunkt für eine Künstlergeschichte. Für Marcel H. wurde es genau das: der Anlass, einen lange gehegten Wunsch endlich umzusetzen. 2025 wollte er den Menschen danken, die seine Selbständigkeit begleitet hatten, seinem Team und seinen Kunden. Ein Song sollte erzählen, was diese gemeinsamen Jahre für ihn bedeuteten.
Aus diesem Vorhaben entstand mehr als ein musikalisches Dankeschön. Eine Rückmeldung brachte ihn dazu, sich mit der eigenen Lebensgeschichte auseinanderzusetzen und daraus einen weiteren Text zu entwickeln. Heute veröffentlicht Marcel unter dem Namen Rivahn, stilisiert als RIVΛHN, eigene Musik. Dabei beschäftigt ihn eine Frage besonders: Wie lässt sich eine persönliche Erfahrung so erzählen, dass auch andere Menschen darin etwas von sich entdecken?
🟨 EIN MUSIKWUNSCH, DER LANGE MITGELAUFEN IST
Marcel wurde 1978 in Berlin geboren, wuchs in Wünsdorf auf und lebt seit mehr als zwanzig Jahren in der Nähe von München. Beruflich arbeitet er heute selbständig im steuerlichen Bereich. Zuvor war er im sozialen Bereich tätig, unter anderem in der Pflege und der Pflegedienstleitung. Die Begegnungen mit Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen prägen seinen Blick bis heute.
Musik gehörte schon früh zu seinem Alltag. Als Kind sang er auf Küchentischen, zog mit Kindermikrofonen umher und fand später im Schulchor eine Möglichkeit, vor anderen aufzutreten. Gitarren- und Klavierunterricht gab es ebenfalls, allerdings fehlten zu Hause die Instrumente, um regelmäßig weiterzuüben. Die Begeisterung war vorhanden, die Voraussetzungen, daraus mehr zu machen, nur eingeschränkt.
Eine Gesangslehrerin ermutigte ihn ausdrücklich, seinen musikalischen Weg weiterzuverfolgen. Dazu kamen Applaus und sogar Standing Ovations von Mitschülern, vor allem aber die eigene Überraschung darüber, welche Töne seine Stimme hervorbringen konnte. Zeitweise dachte Marcel über ein Musikgymnasium und ein späteres Studium im musikalischen Bereich nach. Sein Leben entwickelte sich schließlich in eine andere Richtung, doch der Wunsch nach eigenen Songs blieb.
🟨 GEHÖRT ZU WERDEN HATTE FRÜH EINE BEDEUTUNG
Wenn Marcel über seine musikalischen Anfänge spricht, geht es auch um Aufmerksamkeit und Wahrnehmung. Beim Singen wurde er gehört, etwas, das ihm nach eigener Beschreibung im übrigen Alltag teilweise fehlte. Gleichzeitig bot ihm das Musikhören einen Rückzugsort. Musik konnte damit zwei Bedürfnisse erfüllen: sich auszudrücken und Zeit für sich zu finden.
Nach seiner Berufsausbildung beschäftigte er sich erneut intensiver damit. Während der großen Castingshow-Jahre hörte er genau hin, verglich Stimmen und Auftritte und bildete sich eigene Urteile, die keineswegs immer mit denen der Jurys übereinstimmten. Schließlich bewarb er sich selbst, nahm zur Vorbereitung Gesangsunterricht und besuchte ein Vorcasting. Er kam nicht weiter, erinnert sich daran aber als einen gelungenen Tag unter talentierten Menschen.
Entscheidend war für ihn, den Versuch überhaupt unternommen zu haben. Eine Karriere entstand daraus damals nicht, und viele Textideen blieben über die Jahre lediglich Gedanken, die er nie festhielt. Heute würde er genau das anders machen und Einfälle sofort notieren oder aufnehmen. Dass Musik trotzdem so lange in seinem Leben präsent blieb, erklärt, weshalb aus einem einzelnen Jubiläumssong schließlich ein fortlaufendes Projekt werden konnte.
🟨 VOM DANKESCHÖN ZUM PERSÖNLICHEN DEBÜT
Für den Jubiläumssong schrieb Marcel zunächst einen Text und suchte anschließend nach einer Möglichkeit, ihn musikalisch umzusetzen. Seine instrumentalen Fähigkeiten reichten aus seiner Sicht nicht für eine vollständige Produktion aus. Bei dieser Suche entdeckte er sein erstes KI-Musiktool. Der fertige Song kam grundsätzlich gut an, doch eine Rückmeldung blieb hängen: Es fehle eine persönliche Note.
Das irritierte ihn, denn seine berufliche Arbeit empfand er durchaus als persönlich. Seine übrige Lebensgeschichte wiederum passte für ihn nicht ohne Weiteres in einen Song, der ein freudiges Jubiläum feiern sollte. Trotzdem setzte die Bemerkung eine Auseinandersetzung in Gang. Im August 2025 entstand „Stärker als zuvor“, sein erster wirklich persönlicher Song.
Die deutsche Fassung blieb zunächst vergleichsweise allgemein, und mit der musikalischen Umsetzung war Marcel noch nicht zufrieden. Er entwickelte deshalb eine englische Version und entdeckte dabei Suno. Aus diesem Prozess ging „Stronger than Before“ hervor, veröffentlicht am 1. November 2025 als sein offizielles Debüt. Am 4. Mai 2026 folgte eine Remix-Version.
🟨 WENN EIN SONG ANDERS ANKOMMT ALS GEMEINT
Mit „Stronger than Before“ verbindet Marcel Stolz und Begeisterung, aber auch schmerzhafte Erinnerungen. Die Arbeit daran brachte Erfahrungen zurück, die er nun auf eine andere Weise verarbeitete. Einige frühe Reaktionen trafen ihn entsprechend stark. Der Song wurde als zu negativ verstanden, und jemand empfahl ihm sogar, lieber „Socken stricken“ zu gehen.
Für Marcel verfehlte diese Wahrnehmung die eigentliche Aussage. Er wollte davon erzählen, nach Krisen wieder aufzustehen und aus dem Überstandenen neue Stärke mitzunehmen. Dass andere vor allem die Schwere hörten, verunsicherte ihn, gerade weil darin Teile seines eigenen Lebens steckten. Die Erfahrung machte deutlich, wie wenig sich kontrollieren lässt, was ein persönlicher Song bei anderen auslöst.
Ans Aufhören dachte er dennoch nicht ernsthaft. Am 23. März 2026 wurde erstmals ein Song von ihm im Livestream von Olli’s Plattenküche gespielt, und die positiven Reaktionen unbekannter Zuhörer wurden zu einer wichtigen Bestätigung. Bis dahin hatte Marcel kaum einschätzen können, wie seine Musik außerhalb des persönlichen Umfelds ankommen würde. Nun stand für ihn fest, dass er weitermachen wollte.
Auch die Person, die ihm einst zum Sockenstricken geraten hatte, reagiert inzwischen nach seiner Aussage mit „Gefällt mir“ auf seine Musik. Marcel beschreibt das weniger als Genugtuung denn als Bestätigung seiner Entwicklung. Unsicherheit kennt er trotzdem, besonders bei der Frage, ob andere ihn tatsächlich als Künstler wahrnehmen. Mit jedem weiteren Schritt fällt es ihm leichter, diesen Platz für sich anzunehmen.
🟨 DER TEXT ENTSCHEIDET ÜBER DEN SOUND
Wer RIVΛHN über ein einzelnes Genre einordnen möchte, stößt schnell an die Grenzen dieser Beschreibung. Marcel formuliert seine Arbeitsweise so: „Der Text macht die Musik und nicht die Musik den Text.“ Eine Geschichte kann nach einer ruhigen Popballade verlangen, eine andere nach einem kräftigeren Rocksong. Selbst eine spätere Annäherung an Symphonic Metal schließt er nicht aus.
Als Beispiel nennt er „War ich wirklich Deine Liebe?“. Die härtere, kraftvollere musikalische Ausrichtung gehört für ihn zur emotionalen Intensität dieser Geschichte. Klavierläufe mag er besonders, ebenso chorale Passagen, sofern sie die gewünschte Wirkung unterstützen. Zu vorgeschriebenen Erkennungszeichen sollen solche Elemente jedoch nicht werden.
Auch eine sofort eingängige Hook ist für ihn keine Voraussetzung für jeden Song. Musik darf ruhig, schwer oder erst beim wiederholten Hören vollständig zugänglich sein. Häufig arbeitet Marcel mit klaren, einfachen Worten, lässt aber auch bildhaftere Sprache zu, wenn sie zum Inhalt passt. Wiedererkennbarkeit sucht er vor allem in der Haltung, der erzählten Geschichte und der emotionalen Wirkung.
Musikalische Regeln zu brechen ist dabei kein Selbstzweck. Marcel interessiert, ob ein Song als Ganzes funktioniert und ob ein Album einen überzeugenden Zusammenhang entwickelt. Seine Herangehensweise versteht er auch nicht als grundsätzlich besser als die anderer Künstler. Unterschiedliche Interpretationen von Geschichten und Gefühlen gehören für ihn zur Kunst.
🟨 ZWISCHEN ERSTER IDEE UND HUNDERTSTER FASSUNG
Am Anfang steht meistens eine Erfahrung, eine Beobachtung oder eine konkrete Situation. Ein Thema allein genügt Marcel noch nicht, er braucht einen Anhaltspunkt dafür, was sich daraus erzählen lässt. Daraus entwickeln sich Szenen, Gedanken, erste Zeilen und schließlich ein Songtext. Manche Entwürfe wachsen schnell, andere bleiben Tage oder Wochen liegen, bis sich eine passende Fortsetzung ergibt.
Ideen tauchen häufig in kurzen Übergangsmomenten auf, manchmal schon beim Verlassen eines Raumes. Hat sich ein Gedanke festgesetzt, kann Marcel stundenlang daran arbeiten, bis eine tragfähige Grundlage steht. Fehlt dagegen eine Idee, möchte er das Schreiben nicht erzwingen. Eine Produktion nur deshalb zu beginnen, weil jetzt unbedingt ein neuer Song entstehen soll, würde ihm die Freude daran nehmen.
Bei Konzeptprojekten kommt eine weitere Aufgabe hinzu: Jeder Song muss auch innerhalb des größeren Zusammenhangs seinen Platz finden. Ein einzelner überzeugender Titel beantwortet noch nicht die Frage, welche Funktion er auf einem Album übernimmt. Marcel prüft deshalb neben der Geschichte auch Umfang, musikalische Richtung und Verhältnis zu den übrigen Stücken. Der Prozess wird dadurch umfangreicher und verlangt zusätzliche Entscheidungen.
Nach seiner Beschreibung können im Extremfall mehrere hundert Fassungen entstehen. Mal stört ein Wort, mal die Aussprache, die Singweise oder ein Teil der Instrumentierung. Häufig wählt er drei Favoriten aus und hört sie über mehrere Tage erneut, wobei sich die anfängliche Reihenfolge durchaus verschieben kann. Manchmal überzeugt am Ende keine davon, und die Arbeit beginnt noch einmal.
Dieser Perfektionismus ist für Marcel zugleich Stärke und Hindernis. Er hilft ihm, Entwürfe weiterzuentwickeln, erschwert aber das Loslassen. Fertig ist ein Song für ihn erst, wenn Geschichte, musikalischer Aufbau und emotionale Wirkung zusammenpassen. Dabei versucht er, auch die Perspektive eines Hörers einzunehmen, der seine persönliche Vorgeschichte nicht kennt.
🟨 WELCHE ARBEIT DIE KI ÜBERNIMMT
KI spielt bei RIVΛHN eine wesentliche Rolle, und Marcel beschreibt ihren Einsatz konkret. ChatGPT nutzt er als Kollaborationspartner bei der Songentwicklung, Suno für die musikalische Umsetzung. Die anschließende Bearbeitung und das Mastering erledigt er nach eigenen Angaben in Audacity. Für Videos arbeitet er mit Grok und CapCut.
Ausgangspunkt bleiben seine Erfahrungen, Beobachtungen und Entscheidungen darüber, was ein Song erzählen soll. Im Austausch mit ChatGPT vertieft er Geschichten durch Rückfragen und arbeitet an Formulierungen, Varianten und Zusammenhängen. Eigene Zeilen treffen dabei auf Vorschläge, werden ergänzt, gekürzt oder verworfen. Bei gesellschaftlichen Themen kann die KI bereits früher zur Recherche und zur Erkundung möglicher Fragestellungen hinzukommen.
Auch eine erste musikalische Generierung behandelt Marcel als Arbeitsfassung. Er prüft, ob die Worte gesungen funktionieren, die Stimme zur Aussage passt und der Aufbau die gewünschte Entwicklung trägt. Gegebenenfalls verändert er den Text, verdichtet die Geschichte oder stellt die gesamte Stilrichtung wieder infrage. Technische Sauberkeit allein genügt ihm nicht, wenn die Produktion bei ihm emotional nichts auslöst.
Anschließend geht es um die weitere Ausgestaltung: Wo ist eine gesprochene Passage sinnvoll, wo unterstützt ein Chor die Wirkung, und welche Instrumente passen zur Geschichte? Ebenso überprüft Marcel die Länge und die Platzierung emotionaler Höhepunkte. Eine schriftlich überzeugende Zeile kann im gesungenen Zusammenhang scheitern und muss dann erneut bearbeitet werden. Die endgültige Fassung entsteht für ihn aus der Gesamtheit dieser Entscheidungen.
🟨 LERNEN DURCH HÖREN, VERGLEICHEN UND VERWERFEN
Marcel beschreibt sich als Praktiker, der besonders gut durch unmittelbares Ausprobieren lernt. Die Arbeit mit KI ermöglicht ihm, unterschiedliche Lösungen zu hören, miteinander zu vergleichen und gezielt weiterzuentwickeln. Mit jedem Song wächst nach seiner Einschätzung das Verständnis dafür, wie Text, Stimme, Instrumentierung und Aufbau zusammenwirken. Die Technik ist dadurch auch Teil seines Lernprozesses.
Dabei verschweigt er nicht, welche Fähigkeiten ihm derzeit fehlen. Instrumente spielt er aus seiner Sicht noch nicht auf dem Niveau, das seine Produktionen verlangen, und auch seine eigene Stimme entspricht momentan nicht seinen Vorstellungen für die fertigen Songs. Für Videos fehlen ihm ebenfalls bestimmte praktische Voraussetzungen. KI eröffnet ihm die Möglichkeit, Ideen trotzdem umzusetzen und dabei Erfahrungen zu sammeln.
Er selbst bezeichnet sich vorzugsweise als Künstler und Produzent. Den Begriff Musiker verwendet er zurückhaltender, aus Respekt vor Menschen, die ihre instrumentalen und gesanglichen Fähigkeiten über Jahre ausgebildet haben. Ein gutes Ohr für Stimmen, Arrangements und Wirkung gehört für ihn zu seiner Arbeit. Daraus leitet er jedoch nicht automatisch dieselbe handwerkliche Erfahrung ab, die ein klassisch ausgebildeter Musiker mitbringt.
🟨 WARUM IHM DIE KI-DEBATTE ZU PAUSCHAL IST
Kritik kann Marcel nachvollziehen, wenn mit wenigen Eingaben erzeugte Songs anschließend als Ergebnis umfangreicher eigener kreativer Arbeit dargestellt werden. Er hat selbst ausprobiert, Texte weitgehend von KI schreiben zu lassen. Nach seiner Erfahrung entsprach keiner dieser vollständig erzeugten Entwürfe seinem Anspruch so weit, dass er unverändert hätte bleiben können. Logik, Sprache und emotionale Nachvollziehbarkeit mussten aus seiner Sicht weiterbearbeitet werden.
Deshalb wünscht er sich eine genauere Betrachtung der jeweiligen Arbeitsweise. Welche eigene Geschichte wurde eingebracht, wie haben sich die Texte verändert, welche Fassungen wurden verworfen und wer verantwortet das Ergebnis? Diese Fragen sind für ihn aussagekräftiger als eine pauschale Zuordnung unter dem Begriff KI-Musik. Unterschiedliche Entstehungsprozesse sollten seiner Meinung nach auch unterschiedlich betrachtet werden.
Die künftige Entwicklung schätzt Marcel so ein, dass sich KI in der Musikproduktion weiter etablieren und die öffentliche Aufregung mit der Zeit nachlassen wird. Besonders von großen Major-Labels erwartet er, dass sie Wege zur strategischen und wirtschaftlichen Nutzung finden. Das ist seine persönliche Einschätzung der kommenden Jahre. Für seine eigene Arbeit bleibt entscheidend, Richtung, Auswahl und veröffentlichte Aussage selbst zu verantworten.
🟨 VERGÜTUNG UND DIE FRAGE, WER PROFITIERT
Auch die Diskussion um Einnahmen beschäftigt Marcel. Er hält es für zu pauschal, kleinen KI- oder Hybrid-Projekten grundsätzlich vorzuwerfen, etablierten Künstlern Geld wegzunehmen. Aus seiner Sicht gehören unabhängige Projekte dieser Art keineswegs automatisch zu den wirtschaftlichen Gewinnern des Musikmarktes. Er möchte deshalb genauer unterscheiden, wer unter welchen Bedingungen arbeitet und welche kreative Leistung in einem Werk steckt.
Seine Position ist, dass kreative Arbeit auch dann vergütet werden können sollte, wenn bei ihrer Umsetzung KI eingesetzt wurde. Als entscheidend betrachtet er den tatsächlichen Entstehungsprozess und die Verantwortung für das Ergebnis. Damit formuliert er seine Haltung zur Vergütungsdebatte, keine allgemeine Aussage über rechtliche Ansprüche. Im unmittelbaren Hörerlebnis, glaubt Marcel, stehe ohnehin häufig zunächst die Frage im Vordergrund, ob ein Song einen Menschen erreicht.
Für sich selbst trennt er musikalischen Erfolg vom Zwang, den Lebensunterhalt damit bestreiten zu müssen. Sein Beruf bildet die wirtschaftliche Grundlage. Das gibt ihm Spielraum, Songs auch unabhängig von erwarteten Einnahmen zu entwickeln. Freude, persönliche Bedeutung und die Reaktion einzelner Menschen bleiben für ihn wichtige Gründe, eine Veröffentlichung überhaupt anzugehen.
🟨 ZUSAMMENARBEIT BRAUCHT EHRLICHKEIT
Grundsätzlich entsteht RIVΛHN in Eigenregie. Zum Zeitpunkt des Interviews hatte Marcel ein gemeinsames Feature-Projekt mit anderen umgesetzt. Weitere Kooperationen kann er sich vorstellen, wenn ihn die Arbeit des Gegenübers künstlerisch anspricht. Ebenso wichtig ist ihm, dass die Zusammenarbeit menschlich passt.
Vertrauen und Ehrlichkeit sind dafür seine Voraussetzungen. Kritik soll ausdrücklich möglich sein, solange sie auf das gemeinsame Werk und dessen Entwicklung gerichtet ist. Eine Anmerkung zu einer Passage oder zur musikalischen Umsetzung versteht er als Beitrag zum Projekt. Offen sagen zu können, was noch nicht funktioniert, gehört für ihn zu einer guten Zusammenarbeit.
Auch außerhalb gemeinsamer Veröffentlichungen holt er Rückmeldungen ein. Bestimmte Songs spielt er Freunden und einem Musiker vor. Besonders hilfreich findet er konkrete Hinweise, die über ein einfaches Gefallen oder Nichtgefallen hinausgehen. Solche Anregungen geben ihm die Möglichkeit, Entscheidungen zu überprüfen und etwas dazuzulernen.
🟨 PERSÖNLICH SEIN UND GRENZEN BEHALTEN
Im Laufe seiner Arbeit wurden die Songs persönlicher, als Marcel ursprünglich geplant hatte. Erfahrungen von der Kindheit bis in die Gegenwart fanden zunehmend Eingang in seine Texte. Dabei möchte er weder Mitleid einfordern noch jedes biografische Detail öffentlich erklären. Die Geschichten sollen genügend Offenheit behalten, damit andere Menschen eigene Erfahrungen darin wiederfinden können.
Besonders deutlich wird diese Grenze bei „Ich schreie Hilfe“. Der Song beschäftigt sich mit Kindesmisshandlung und dem Wegschauen innerhalb einer Familie. Im Mittelpunkt steht für Marcel die Notwendigkeit, das betroffene Kind wahrzunehmen. Wie konkret die autobiografische Verbindung ist, möchte er bewusst nicht vollständig öffentlich machen.
Ursprünglich sollte das Stück lediglich als Botschaft auf TikTok stehen. Monate vergingen, bevor Marcel sich zu einer offiziellen Veröffentlichung entschloss. Rückmeldungen und persönliche Nachrichten von Menschen, die sich darin wiedererkannten, waren für diese Entscheidung ausschlaggebend. Sein Stolz auf den Song hängt deshalb vor allem mit dem schwierigen Schritt zusammen, ihn überhaupt öffentlich zugänglich gemacht zu haben.
Eine Veröffentlichung bedeutet für ihn dabei nicht, dass er die Deutung vollständig vorgeben kann. Manche Hörer nehmen zunächst die offensichtliche Ebene wahr, andere entdecken einen weiteren Gedanken oder verbinden den Song mit einer eigenen Geschichte. Diese unterschiedlichen Zugänge lässt Marcel grundsätzlich zu. Ein noch unveröffentlichter Titel hat ihm besonders deutlich gezeigt, wie weit beabsichtigte Aussage und erste Wahrnehmung auseinanderliegen können, dessen Namen wollte er vorab allerdings nicht nennen.
🟨 EIN ABSCHIED, DER BIS HEUTE FEHLT
Eine besondere persönliche Bedeutung hat „Mein Abschied fehlt mir noch“. Der Song handelt vom Verlust eines Menschen, der Marcel viel Sicherheit und Liebe gegeben hatte. Dieser Mensch war plötzlich nicht mehr da, eine Verabschiedung war nicht mehr möglich. Bis heute weiß Marcel nach eigener Aussage nicht, wo sich die letzte Ruhestätte befindet.
Obwohl die zugrunde liegende Situation viele Jahre zurückliegt, war die Produktion emotional äußerst fordernd. Während der Arbeit kamen ihm immer wieder die Tränen. Erst durch diese intensive Beschäftigung wurde ihm erneut bewusst, wie stark ihn die Erfahrung weiterhin begleitet. Musik macht für ihn dadurch auch sichtbar, welche Lebensereignisse innerlich noch nicht abgeschlossen sind.
Marcel beschreibt das Schreiben und Entwickeln solcher Songs als eine persönlich wertvolle Form der Verarbeitung. Gleichzeitig verlangt es ihm viel ab, das Ergebnis später den Deutungen anderer Menschen auszusetzen. Über belastende Dinge zu sprechen hat er in den vergangenen Jahren zunehmend gelernt. Eine musikalische Veröffentlichung stellt dennoch einen eigenen Schritt dar, weil damit aus einer privaten Erfahrung ein öffentliches Werk wird.
🟨 SELBSTBESTIMMUNG ALS EINSTIEG IN RIVΛHN
Wer seine Musik kennenlernen möchte, dem würde Marcel möglicherweise „Sei, wer du bist“ vorspielen. Der Song steht für einen Gedanken, der sich durch seine Antworten zieht: Menschen sollten sich nicht ständig an fremden Erwartungen messen müssen. Der eigene Charakter braucht Raum, einschließlich seiner Unvollkommenheiten. Für RIVΛHN gehört Selbstbestimmung deshalb eng zum respektvollen Umgang miteinander.
Auch die Entwicklung dieses Titels hat ihn überrascht. Im Interview berichtet Marcel von drei veröffentlichten Fassungen, darunter zwei als Live-Versionen bezeichnete Varianten. Zum von ihm beschriebenen Zeitpunkt lagen alle drei auf Spotify über tausend Streams, während sich die Single-Version in Richtung zehntausend bewegte. Für ihn war das eine erfreuliche Bestätigung, mit der er so nicht gerechnet hatte.
Daraus möchte er jedoch keine Erfolgsformel für kommende Veröffentlichungen ableiten. Er beobachtet Zahlen und interessiert sich dafür, wo seine Musik gehört wird und ob Menschen zu seinen Songs zurückkehren. Eine persönliche Nachricht darüber, was ein Stück ausgelöst hat, bedeutet ihm trotzdem mehr als die reine Statistik. Besonders im Gedächtnis blieb ihm eine kurze Ermutigung: „Und bitte weiter so.“
🟨 HINTER EINER ZAHL STEHT EIN MENSCH
Den Kontakt zu seinen Hörern versteht Marcel als Austausch auf Augenhöhe. Dafür braucht es nicht immer ein langes Gespräch, auch ein Herz oder ein kurzer Kommentar zeigt ihm, dass sich jemand mit seiner Arbeit beschäftigt hat. Konstruktive Kritik gehört für ihn ebenfalls dazu. Rein negativen Reaktionen möchte er dagegen nicht zu viel Raum geben.
Eine einzelne Nachricht möchte er nicht über alle anderen stellen, und an die allererste Rückmeldung eines fremden Menschen erinnert er sich nicht mehr sicher. Viele Begegnungen haben ihn auf unterschiedliche Weise berührt. Besonders wertvoll wird es für ihn, wenn jemand erzählt, welche eigene Erfahrung er mit einem Song verbindet. Dann bekommt eine sonst abstrakte Zahl einen persönlichen Zusammenhang.
Marcel möchte deshalb auch keinen seiner Songs vorschnell als zu wenig beachtet einordnen. Unterschiedliche Titel finden unterschiedliche Hörer, und schon eine einzelne bedeutsame Begegnung mit einem Stück zählt für ihn. Zustimmung beeinflusst dabei nicht automatisch die Richtung der nächsten Produktion. Feedback soll ihm helfen, die Wirkung seiner Musik besser zu verstehen, ohne daraus eine Vorgabe für kommende Themen zu machen.
🟨 SICHTBARKEIT IST EINE EIGENE AUFGABE
Mit einem fertigen Song endet die Arbeit für Marcel längst nicht. Präsentation, Videos, Social Media und der Aufbau einer Community verlangen zusätzliche Zeit. Ohne großes Label oder umfangreiches Marketingbudget muss er vieles selbst entwickeln. Das alles findet neben seiner Selbständigkeit und seinem privaten Leben statt.
Die Mechanismen der Plattformen erlebt er dabei häufig als schwer nachvollziehbar. Ein Beitrag funktioniert, ein ähnlich aufgebauter kurz darauf kaum, und ein Follow bedeutet nach seiner Wahrnehmung nicht zuverlässig, dass spätere Inhalte diese Person erreichen. Marcel bezeichnet sich ausdrücklich nicht als Plattform- oder Musikbusiness-Experten. Er beschreibt die Unsicherheit aus der Perspektive eines unabhängigen Künstlers, der seine Hörer erreichen möchte.
Sein Wunsch ist deshalb mehr Transparenz und eine stärkere direkte Verbindung zu Menschen, die sich bewusst für ein Projekt entschieden haben. Social Media nimmt er ernst, möchte sich von wechselnden Ergebnissen aber nicht dauerhaft bestimmen lassen. Einen starken Druck, ständig neue Inhalte zu veröffentlichen, empfindet er momentan nicht. Wenn Zeit vorhanden ist, produziert er Inhalte, während die Entwicklung der Songs für ihn Vorrang behält.
🟨 GESELLSCHAFTLICHE THEMEN BEGINNEN BEI BEGEGNUNGEN
Neben persönlichen Erfahrungen beschäftigen Marcel soziale Ungleichheit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Art, wie Menschen miteinander umgehen. Durch seine früheren Tätigkeiten im sozialen Bereich und die heutige berufliche Arbeit begegnet er unterschiedlichen wirtschaftlichen und persönlichen Lebensrealitäten. Diese Beobachtungen finden zunehmend ihren Weg in seine Musik. Er möchte Situationen beschreiben, die über den einzelnen Lebenslauf hinausweisen.
Dabei setzt er sich klare Grenzen. Beschimpfungen, bewusst vulgäre Sprache und Provokation allein für Aufmerksamkeit passen für ihn nicht zu RIVΛHN. Schwierige Themen sollen vorkommen dürfen, ohne in Parolen oder moralische Predigten überzugehen. Die Zuhörer sollen Gelegenheit bekommen, ihre eigene Haltung zu prüfen und selbst zu entscheiden, was sie aus einem Song mitnehmen.
Nicht jedes Stück muss dafür eine eindeutige Botschaft ausformulieren. Manchmal genügt Marcel eine Frage oder eine Stimmung, die etwas in Bewegung bringt. Greift er ein Thema erneut auf, möchte er einen anderen Aspekt betrachten oder einen Schritt weitergehen. Die Wiederholung eines Gegenstands soll damit auch eine Weiterentwicklung der Perspektive ermöglichen.
Seine Haltung gilt ebenso für sein öffentliches Auftreten. Marcel möchte als Künstler dieselben Werte vertreten, die ihm im persönlichen Umgang wichtig sind: Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Respekt. Gleichzeitig betont er, dass Aufmerksamkeit für andere die eigenen Bedürfnisse nicht vollständig verdrängen darf. Menschlichkeit schließt für ihn ein, Grenzen wahrzunehmen und sich selbst ebenfalls ernst zu nehmen.
🟨 ZWEI KONZEPTALBEN SCHÄRFEN DIE RICHTUNG
Im Sommer 2026 begann Marcel, bewusster über die langfristige Identität seines Projekts nachzudenken. Was soll RIVΛHN verbinden, wenn die Songs stilistisch unterschiedlich ausfallen dürfen? Welche inhaltlichen und musikalischen Entscheidungen passen zu ihm? Die Arbeit an den Konzeptalben „Digitale Welten“ und „Analoge Welten“ half ihm dabei, diese Fragen genauer zu beantworten.
Nach seiner Einschätzung entstanden die grundlegenden Eigenschaften seines Projekts dabei nicht plötzlich neu. Vieles war bereits in früheren Songs angelegt und wurde durch das konzeptionelle Arbeiten deutlicher. „Analoge Welten“ beschreibt er deshalb als wichtigen Punkt seiner bisherigen Entwicklung. Zum Stand seiner Antworten vom 9. September war das zweite Album fertiggestellt und für den 16. September 2026 angekündigt.
Weitere Konzeptprojekte kann er sich gut vorstellen, ohne sich bereits auf den nächsten Schritt festzulegen. Einzelne spontane Songs sollen weiterhin Platz behalten, ebenso mögliche Kooperationen. Zusätzlich arbeitet Marcel an einer begleitenden RIVΛHN-Geschichte, in der er die Entwicklung des Projekts dokumentiert. Ihn interessiert selbst, wie sich aus den ersten Versuchen eine zunehmend bewusste künstlerische Arbeitsweise entwickelt hat.
🟨 DER MENSCH HINTER DEN ERNSTEN THEMEN
Wer Marcel ausschließlich über seine schwereren Songs kennenlernt, könnte seine humorvolle Seite übersehen. Er lacht gern, besonders über spontane Situationen, gelegentlich auch in Momenten, in denen es eigentlich nicht passt. Einen freien Tag würde er am liebsten mit Ausschlafen beginnen und danach ohne feste Pläne verstreichen lassen. Als eher nachtaktiver Mensch genießt er es, morgens keinen Zeitdruck zu haben.
Abstand findet er bei guten Filmen und in der Natur. Berge, Wald und Meer helfen ihm, wieder stärker bei sich anzukommen. Der Wald wurde mit seiner Ruhe und Natürlichkeit auch zu einer Grundlage für „Das Rauschen der Bäume“. Nicht jede musikalische Idee muss deshalb aus einer Krise entstehen, manchmal beginnt sie mit einem Ort, der ihm guttut.
Seine musikalischen Einflüsse sind entsprechend vielfältig. Michael Jackson und Roxette gehören dazu, ebenso die Neue Deutsche Welle und Eurodance aus den Achtzigern und Neunzigern. An Michael Jackson interessiert ihn neben der Musik auch die Künstlerbiografie und das Leben unter dauernder öffentlicher Beobachtung. Zu Hause prägten wiederum Schlager und Volksmusik das Hören.
Eine feste Genregrenze hat Marcel daraus nie abgeleitet. Heute entdeckt er gern Musik außerhalb vertrauter Richtungen und verliert eher das Interesse, wenn sich Klangbilder und Muster ständig wiederholen. Filme und Bücher spielen als konkrete Vorlagen seiner Songs bislang kaum eine Rolle, auch wenn er Filme privat schätzt. Seine Geschichten möchte er vor allem aus eigenen Erfahrungen, Gedanken, Begegnungen und Beobachtungen entwickeln.
🟨 EHRLICHKEIT BEGINNT AUCH BEI SICH SELBST
Unehrlichkeit kann Marcel wenig abgewinnen. Ihn beschäftigt, dass Menschen technisch fast jederzeit miteinander kommunizieren können und dennoch häufig aneinander vorbeireden. Offenheit würde aus seiner Sicht viele Missverständnisse vermeiden. Das gilt für ihn im Alltag genauso wie bei der gemeinsamen kreativen Arbeit.
Im Lauf der Jahre ist ihm wichtiger geworden, stärker in der Gegenwart zu leben. Er möchte die Vergangenheit als Teil seines Weges anerkennen, ohne sich dauerhaft von ihr bestimmen zu lassen. Das gelingt nicht immer gleich gut, doch die Arbeit an eigenen Songs hat ihm auch gezeigt, worauf er trotz schwieriger Umstände stolz sein kann. Empathie, Ausdauer und ein Gespür für Wirkung sieht er als Eigenschaften, die ihm dabei helfen.
Gleichzeitig kennt er den Wunsch, es vielen Menschen recht zu machen. Zusammen mit seinem Perfektionismus kann das dazu führen, dass Entscheidungen schwerfallen oder ein Ergebnis lange nicht losgelassen wird. Marcel beschreibt diese Widersprüche offen, ohne für sich bereits eine endgültige Lösung zu beanspruchen. Dass ausgerechnet er inzwischen eigene Musik veröffentlicht, hat zudem einige Menschen überrascht, weil er diese Seite lange überwiegend für sich behalten hatte.
🟨 MEHR ZEIT FÜR DAS, WAS LANGE WARTEN MUSSTE
RIVΛHN entsteht häufig abends oder nachts. Gelegentlich erlaubt die Selbständigkeit auch tagsüber Raum für Musik, sofern die berufliche Arbeit es zulässt. Für die kommenden Jahre formuliert Marcel keine verbindlichen Reichweiten- oder Karriereziele. Er möchte lernen, gehört werden und die Freude an seiner Arbeit behalten.
Ein konkreter Wunsch ist, künftig stärker mit seiner eigenen Stimme zu arbeiten. Erste Versuche haben ihm gezeigt, dass er dafür Gesangstechnik und Ausdauer wieder aufbauen muss. Die eigenen Songs selbst einzusingen und damit öffentlich aufzutreten, ist ein Schritt, den er bisher noch nicht gegangen ist. Dass dafür weitere Arbeit nötig ist, versteht er als Möglichkeit zur Entwicklung.
Sein größerer persönlicher Traum ist finanzielle Freiheit, die ihm mehr Zeit für die Dinge ermöglicht, die ihm Freude machen. Dazu gehört ausdrücklich auch die Musik. Er verbindet diesen Wunsch nicht zwingend damit, von seinen Veröffentlichungen leben zu müssen. Es geht ihm vor allem um den Freiraum, sich intensiver mit ihnen beschäftigen zu können.
🟨 WAS VON RIVΛHN BLEIBEN SOLL
Einen einzigen Moment, der seinen gesamten Weg rechtfertigen müsste, benennt Marcel nicht. Ebenso wenig kann er eine einzelne Entscheidung herausgreifen, die rückblickend alles verändert hätte. Unterschiedliche Erfahrungen und seine Reaktionen darauf haben ihn zu dem Menschen gemacht, der er heute ist. Seine persönliche Schlussfolgerung formuliert er knapp: „Ich lebe. Also hat sich jeder Weg gelohnt.“
Sollte seine Musik irgendwann bleiben, während sein Name in Vergessenheit gerät, wünscht er sich darin eine erkennbare Haltung. Sie soll Themen angesprochen haben, ohne Menschen anzuklagen, und vielleicht einen Gedanken ausgelöst haben. Er möchte, dass darin ein menschlicher, empathischer und fairer Umgang spürbar bleibt. Diese Vorstellung reicht über einzelne Veröffentlichungen und ihre Zahlen hinaus.
Fragt Marcel sich selbst, warum er seinen Traum nicht früher verfolgt hat, findet er darauf keine eindeutige Antwort. Das Leben hatte andere Wege und Prioritäten, vielleicht fehlte damals auch die passende Gelegenheit. Heute überwiegt die Freude darüber, überhaupt angefangen zu haben. Seinem jüngeren Ich würde er deshalb vor allem raten, wichtige Wünsche nicht immer weiter aufzuschieben: „Mach, was dich glücklich macht. Mach es jetzt.“