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SYNDAK: ZURÜCK ZUM ANFANG

Robert Senderak über Trance, Perfektionismus, KI, ELARA und die Suche nach einer eigenen musikalischen Handschrift

Text: WILD Redaktion ·

SYNDAK: ZURÜCK ZUM ANFANG

Robert Senderak machte bereits in den 1990er-Jahren eigene Musik. Dann verschwand sie für viele Jahre fast vollständig aus seinem Leben. Ausgerechnet KI brachte die alte Neugier zurück und führte schließlich zu SYNDAK, einem Projekt, bei dem nicht die Menge der Veröffentlichungen zählt, sondern die Frage, wann ein Song wirklich eine eigene Identität besitzt.

Robert ist 48 Jahre alt und steht als Independent-Künstler und Produzent hinter SYNDAK. Trance bezeichnet er als seine musikalische Heimat, doch wer versucht, seinen heutigen Sound ausschließlich dort einzuordnen, greift zu kurz. Melodie, Energie, Emotion und das Experimentieren mit unterschiedlichen Klangwelten gehören für ihn so eng zusammen, dass eine andere Frage inzwischen wichtiger geworden ist als die nach einem Genre: Klingt ein Track wirklich nach SYNDAK?

Musik begleitet Robert bereits seit den 1990er-Jahren. Seine ersten Erfahrungen mit eigener Musik machte er unter anderem am C64 und später mit Programmen wie Music Maker. Viele Jahre verschwand das Musikmachen jedoch beinahe vollständig aus seinem Leben, bevor ausgerechnet ein Artikel über KI und Musik etwas zurückbrachte, das lange gefehlt hatte: die Neugier darauf, selbst wieder etwas entstehen zu lassen.

„Ein Song kann technisch noch so gut sein, wenn ich dabei nichts fühle, reicht mir das nicht.“ Dieser Gedanke beschreibt ziemlich genau, worum es ihm heute geht. Technik kann Möglichkeiten eröffnen und ein Track kann sauber funktionieren, doch ohne eine emotionale Ebene reicht ihm das Ergebnis nicht.

🟨 VOM C64 BIS ZUR MUSIKALISCHEN LEERE

Robert ging nicht den klassischen Weg über Musikschule oder professionelle Studioausbildung. Vieles eignete er sich selbst an und näherte sich Musik vor allem über Neugier. Ihn interessierte, was passiert, wenn unterschiedliche Sounds miteinander verbunden werden, warum eine Melodie funktioniert und eine andere nicht und weshalb einzelne Klänge unmittelbar etwas in einem Menschen auslösen können.

Die ersten musikalischen Versuche waren aus heutiger Sicht weit von dem entfernt, was er veröffentlichen würde. Entscheidend war damals etwas anderes: das Gefühl, Musik nicht nur hören zu müssen, sondern selbst etwas erschaffen zu können. „Ich muss Musik nicht nur hören. Ich kann selbst etwas erschaffen.“ Genau diese Erkenntnis blieb lange ein wichtiger Teil seiner Beziehung zur Musik.

Irgendwann verschwand dieses Gefühl trotzdem fast vollständig. Robert beschreibt die folgende Phase als musikalische Leere, ohne wirkliche Inspiration und ohne den inneren Antrieb, eigene Musik zu machen. Um das Jahr 2000 kam zusätzlich ein privater Umbruch hinzu, dessen Einzelheiten er bewusst für sich behalten möchte. Musik rückte dadurch immer weiter in den Hintergrund.

🟨 EIN ARTIKEL BRINGT DIE NEUGIER ZURÜCK

Viele Jahre später stieß Robert zufällig auf einen Artikel über KI und Musik. Seine Reaktion darauf war unmittelbar: „Das muss ich ausprobieren.“ Das erste Ergebnis, das für ihn brauchbar erschien, löste zunächst ein schlichtes „Wow“ aus. Einiges wirkte noch skurril, vieles war weit von einer fertigen Vorstellung entfernt, doch plötzlich sah er Möglichkeiten, die seine alte Neugier zurückbrachten.

Was kann daraus entstehen? Wie weit lässt sich eine eigene Idee mit solchen Werkzeugen entwickeln? Und was passiert, wenn moderne Technologie auf eine Begeisterung trifft, die schon Jahrzehnte vorher begonnen hatte? Genau diese Fragen zogen ihn wieder zur Musik zurück.

Es war nicht das Versprechen, möglichst schnell möglichst viele Songs erzeugen zu können. Entscheidend war die Möglichkeit, wieder auszuprobieren, zu verändern und nach einer eigenen Lösung zu suchen. Genau dieses Gefühl hatte bereits seine ersten musikalischen Schritte geprägt.

🟨 VON RS-MUSIC ZU SYNDAK

Bevor SYNDAK entstand, veröffentlichte und experimentierte Robert unter dem Namen RS-MUSIC. Unterschiedliche Stile, Ideen und Versuche gehörten dazu, doch irgendwann musste er sich eingestehen, dass dem Projekt etwas Entscheidendes fehlte. „RS-MUSIC war alles, nur nicht eigen.“

Es gab Musik und Experimente, aber noch keine klare Identität, die all diese Produktionen miteinander verband. Der Wendepunkt kam schließlich mit „Return to the Beginning“. Für Robert wurde dieser Track zum Moment, an dem aus dem bisherigen Experimentieren etwas Neues entstand: SYNDAK.

Schon der Titel beschreibt seinen Weg erstaunlich genau. „Return to the Beginning“ bedeutete keine Rückkehr in die Vergangenheit und auch nicht den Versuch, alte Musik nachzubauen. Robert wollte wieder dieses ursprüngliche Gefühl erleben, Musik zu machen, weil ihn Musik selbst fasziniert. Seitdem fragt er sich bei einer Produktion nicht mehr nur: „Klingt das gut?“, sondern auch: „Klingt das nach SYNDAK?“

🟨 MELODIE TRIFFT ENERGIE

Wenn Robert seinen Sound beschreiben soll, ohne ihn einfach unter Trance einzuordnen, formuliert er es so: „Melodie trifft Energie. Emotion trifft Bewegung.“ Ein SYNDAK-Track soll für ihn eine Entwicklung besitzen, mit Atmosphäre, Spannung, einem Moment zum Durchatmen und anschließend wieder neuer Energie. Besonders wichtig sind dabei die Melodien.

Gleichzeitig interessiert ihn das Ungewöhnliche. Unterschiedliche Instrumente, Klangwelten und Einflüsse dürfen auf elektronische Strukturen treffen. Für Robert gibt es keine feste Regel, nach der zwei musikalische Elemente nicht miteinander funktionieren können, nur weil sie normalerweise verschiedenen Genres zugeordnet werden.

Auf die Frage, was er musikalisch niemals machen würde, antwortet er deshalb mit: „Sag niemals nie.“ Eine Grenze gibt es trotzdem. Wenn etwas zwar gut klingt, aber genauso gut von hundert anderen Künstlern stammen könnte, reicht es ihm nicht.

🟨 WENN EIN SONG FÜNFZIG VERSUCHE BRAUCHT

Einen festen Ausgangspunkt für neue Musik gibt es bei SYNDAK nicht. Manchmal steht zuerst eine Melodie, manchmal ein Beat, manchmal ein Titel. Gelegentlich beginnt alles nur mit einem Bild oder einer bestimmten Stimmung im Kopf. Danach folgt das Experimentieren, und dabei kann Robert ziemlich hartnäckig werden.

Bei manchen Songs entstehen bis zu 50 Versuche, bevor er zufrieden ist. Genau an diesem Punkt stört ihn die häufige Beschreibung von KI-Musik als bloßes „Knöpfchendrücken“. Eine KI kann ihm Möglichkeiten liefern, sie weiß aber nicht, was SYNDAK ist und welche musikalische Identität er eigentlich sucht.

Sie weiß nicht, warum Robert Version 12 verwirft, bei Version 27 eine Melodie interessant findet und Version 43 technisch funktioniert, aber trotzdem nicht das Gefühl besitzt, nach dem er sucht. Diese Entscheidungen trifft er selbst, und manchmal bedeutet das eben auch, 49 Varianten nicht zu nehmen.

Ideen, die trotzdem nicht funktionieren, löscht er häufig nicht. Er hebt sie auf, denn vielleicht fehlt nicht der Idee etwas, sondern ihm an diesem Tag die passende Lösung. Manchmal hört er viel später wieder hinein und erkennt plötzlich, was zuvor gefehlt hat.

🟨 PERFEKTIONISMUS ALS STÄRKE UND SCHWÄCHE

Perfektionismus beschreibt Robert gleichzeitig als eine seiner Stärken und eine seiner größten Schwächen. Selbst wenn ein Song eigentlich funktioniert, taucht häufig die nächste Frage auf: Passt der Sound wirklich? Entspricht das Ergebnis tatsächlich seiner Vorstellung von SYNDAK oder funktioniert der Track zwar technisch, bleibt aber hinter dem zurück, was er eigentlich erreichen wollte?

Zweifel gehören deshalb zu seinem kreativen Prozess. Dabei geht es weniger um die pauschale Frage, ob ein Song gut oder schlecht ist. Viel entscheidender ist für ihn, ob eine Produktion zur eigenen musikalischen Identität passt.

Irgendwann muss trotzdem der Moment kommen, an dem ein Song losgelassen wird. Robert weiß, dass endloses Hinterfragen genauso zum Problem werden kann wie vorschnelles Veröffentlichen. Gleichzeitig sieht er gerade in diesem ständigen Prüfen einen Grund dafür, warum SYNDAK überhaupt eine eigene Richtung entwickelt hat.

🟨 WENN MUSIK PERSÖNLICH WIRD

Nicht jeder SYNDAK-Song erzählt Roberts eigenes Leben. Trotzdem steckt für ihn in Musik immer etwas von dem Menschen, der sie macht. Themen wie Aufbruch, Zeit, Hoffnung, Verlust und Veränderung interessieren ihn, und manchmal braucht es dafür keinen ausführlichen Text. Eine Melodie kann Dinge ausdrücken, für die Worte gar nicht notwendig sind.

Bei einem Song verschwindet die Grenze zwischen Musik und seinem eigenen Leben allerdings vollständig. Robert veröffentlichte exklusiv auf TikTok einen Song über Morbus Bechterew. Er lebt selbst mit dieser Erkrankung und bezeichnet die Veröffentlichung deshalb als eine der mutigsten Entscheidungen seines bisherigen musikalischen Weges.

Es ging ihm dabei nicht darum, möglichst viele Streams zu erzielen. Er machte etwas öffentlich, das unmittelbar zu seinem eigenen Leben gehört. Gerade deshalb zählt dieser Song für ihn bis heute zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen.

🟨 ZWEI SONGS, DIE SEINEN WEG BESCHREIBEN

Wenn Robert seinen bisherigen musikalischen Weg auf wenige Titel reduzieren müsste, wären zwei davon besonders wichtig. „Return to the Beginning“ steht für die Geburt von SYNDAK, für den Neustart und für die Entscheidung, aus dem früheren Experimentieren ein Projekt mit eigener Identität entstehen zu lassen.

„Out of Time“ beschreibt dagegen stärker, wo SYNDAK heute musikalisch angekommen ist. Wer das Projekt überhaupt nicht kennt, dem würde Robert genau diese beiden Titel vorspielen. Mit „Return to the Beginning“ lässt sich nachvollziehen, woher das Projekt kommt, mit „Out of Time“, wohin es sich entwickelt hat.

Gerade „Out of Time“ besitzt für ihn noch eine zusätzliche Bedeutung. Der Song ist eng mit einem weiteren wichtigen Teil der heutigen SYNDAK-Idee verbunden: ELARA.

🟨 ELARA IST DAS SALZ IN DER SUPPE

Wenn Robert erklären soll, was ELARA für SYNDAK bedeutet, findet er dafür ein überraschend einfaches Bild: „ELARA ist das Salz in der Suppe.“ Sie habe gefehlt. Sounds, Melodien, Ideen und eine Vorstellung davon, wohin sich das Projekt entwickeln sollte, waren bereits vorhanden, doch eine bestimmte Stimme fehlte noch.

ELARA sollte deshalb nicht einfach irgendeine austauschbare Stimme für einzelne Tracks werden. Robert wollte eine wiedererkennbare Identität mit einer bestimmten Klangfarbe, Emotionalität und Art zu singen. Gerade bei „Out of Time“ hatte er zum ersten Mal sehr deutlich den Gedanken: Genau so stellt er sich ELARA vor.

Dabei geht es ihm nicht um die Stimme allein und ebenso wenig ausschließlich um die Produktion. Beides muss miteinander funktionieren. Erst im Zusammenspiel von Sound und Vocals entsteht für Robert das, was er mit SYNDAK erreichen möchte.

🟨 INSPIRATION KOMMT NICHT NUR AUS MUSIK

Natürlich haben große Namen der elektronischen Musik Robert geprägt. Tiësto, Armin van Buuren und Marusha gehören zu den Künstlern, durch die er erlebt hat, welche Energie elektronische Musik entwickeln kann. Inspiration bedeutet für ihn jedoch nicht, etwas nachzubauen.

Eine neue Idee kann genauso aus einem Film, einem Instrument, einer Landschaft, einer Stimmung oder einem einzelnen Gedanken entstehen. Auch deshalb geht Robert gerne Bergwandern. Dort existiert für eine Weile eine völlig andere Welt, ohne Beats, Software oder die nächste Produktionsversion.

Stattdessen gibt es Bewegung, Landschaft und Zeit. Und manchmal entsteht ausgerechnet dort die nächste Idee.

🟨 KI IST EIN WERKZEUG, KEIN FREIFAHRTSCHEIN

Robert geht offen damit um, dass KI zu seinem kreativen Prozess gehört. Für ihn ist sie ein Werkzeug, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sie ermöglicht einem unabhängigen Künstler Dinge, die vor einigen Jahren deutlich schwieriger oder teurer umzusetzen gewesen wären.

Gleichzeitig sieht er auch problematische Seiten der Entwicklung. Eine Kritik an KI-Musik kann er ausdrücklich nachvollziehen: Massenware. Wenn täglich ein oder zwei neue Songs veröffentlicht werden, nur weil es technisch möglich ist, verliert Musik für ihn irgendwann ihren Wert als einzelne kreative Entscheidung.

Robert möchte nicht veröffentlichen, nur weil er Musik erzeugen kann. Ein Song braucht für ihn einen Grund, eine Idee und eine Identität. Deshalb hält er sowohl die pauschale Aussage „KI-Musik ist keine kreative Arbeit“ als auch die gegenteilige Vorstellung für falsch, jedes KI-Ergebnis sei automatisch Kunst.

Das Werkzeug allein entscheidet für ihn nichts. Entscheidend ist, was der Mensch daraus macht. Robert glaubt sogar, dass eine eigene musikalische Handschrift umso wichtiger werden wird, je einfacher es technisch wird, Musik zu erzeugen.

🟨 AUTHENTISCH SEIN HEISST NICHT STILLSTEHEN

Authentizität bedeutet für Robert nicht, über Jahrzehnte denselben Sound zu produzieren. Sie bedeutet vielmehr, Entscheidungen nicht ausschließlich danach zu treffen, was ein Algorithmus oder ein aktueller Trend verlangt.

Natürlich möchte er, dass Menschen seine Musik hören. Würde er allerdings nur noch das produzieren, was vermutlich am besten funktioniert, würde für ihn irgendwann genau das verschwinden, was SYNDAK ausmacht.

Musik muss aus seiner Sicht auch nicht immer eine große Botschaft transportieren. Sie darf Fragen stellen, provozieren, Geschichten erzählen oder einfach für einige Minuten ein bestimmtes Gefühl erzeugen. Gerade diese Freiheit möchte er sich bewahren.

🟨 ERFOLG BEGINNT NICHT BEI EINER GROSSEN ZAHL

Streams, Follower, Playlists und Reichweite sind auch für Robert nicht bedeutungslos. Sein eigentliches Ziel für SYNDAK beschreibt er trotzdem deutlich einfacher: Er möchte eine eigene Fanbase.

Wie groß diese irgendwann sein wird, steht für ihn zunächst nicht an erster Stelle. Wenn Menschen bewusst darauf warten, dass ein neuer SYNDAK-Song erscheint, würde ihm das mehr bedeuten als irgendeine zufällige große Zahl.

Besonders wichtig sind ihm deshalb Nachrichten von Hörern. Er möchte keine einzelne davon herausgreifen, denn jede Nachricht ist für ihn etwas Besonderes. Irgendwo hat ein Mensch seine Musik gehört und anschließend entschieden, ihm persönlich zu schreiben.

Independent-Künstlern, die wegen geringer Zahlen ans Aufhören denken, würde Robert deshalb raten, nicht nur auf Statistiken zu schauen. Jeder einzelne Follower ist für ihn ein Zeichen dafür, dass die eigene Musik jemanden erreicht hat. Man darf sich verändern, zweifeln und neu anfangen. Sein Satz dazu ist kurz: „Never give up.“

🟨 WENN AUS MUSIK VERBINDUNGEN ENTSTEHEN

Zu den größten Überraschungen seines bisherigen Weges gehören für Robert nicht Zahlen, sondern Menschen. Durch SYNDAK entstanden Features und Zusammenarbeiten, und aus einer dieser Begegnungen entwickelte sich nach seinen Worten eine ganz besondere Verbindung, mit der er selbst niemals gerechnet hätte.

Mehr möchte er dazu nicht sagen. Nur so viel: „Sie weiß, wer gemeint ist.“

Für Robert zeigt gerade diese Erfahrung, was Musik bewirken kann. Man veröffentlicht einen Song und weiß im Moment der Veröffentlichung nicht, wohin einen dieser Track irgendwann führen wird.

🟨 EIN SONG ALLEIN REICHT HEUTE KAUM NOCH

Social Media gehören inzwischen beinahe zwangsläufig zum Alltag unabhängiger Künstler. Robert empfindet sie teilweise als notwendiges Übel, allerdings nicht wegen der Menschen. Gerade der direkte Austausch gehört für ihn zu den interessanten Seiten.

Das eigentliche Problem ist der enorme Zeitaufwand. Reels, TikToks, Bilder, Videos und Posts müssen zusätzlich zur Musik entstehen. Ein Song allein scheint häufig nicht mehr zu genügen, rund um eine Veröffentlichung muss gleichzeitig eine ganze Contentwelt aufgebaut werden.

Als unabhängiger Künstler übernimmt man damit plötzlich Produktion, Künstlerentwicklung, Videos, Promotion und Social Media gleichzeitig. Irgendwann stellt sich Robert deshalb eine ziemlich einfache Frage: Wann mache ich eigentlich noch Musik?

🟨 ROBERT HINTER SYNDAK

Privat beschreibt sich Robert mit einem Augenzwinkern als „typisch Waage“. Er betrachtet Dinge gerne aus mehreren Perspektiven und denkt manchmal vermutlich länger darüber nach, als eigentlich notwendig wäre. Dazu kommt ein trockener Humor.

Dauerhaft negative Einstellungen kann er wenig leiden, genauso Menschen, die lange reden, ohne irgendwann auf den Punkt zu kommen. Wenn er nicht an Musik arbeitet, verbringt er Zeit mit seiner Familie oder geht Bergwandern.

Mit 48 ist ihm dabei etwas wichtiger geworden als früher: die eigene Zeit bewusst zu genießen. Vielleicht beeinflusst genau das inzwischen auch seine Haltung zur Musik. Robert hat nicht mehr das Gefühl, irgendjemandem beweisen zu müssen, dass er Musik machen darf. Er macht sie, weil er sie machen möchte.

🟨 WARUM MIT 48 WIEDER SO INTENSIV MUSIK?

Warum Musik heute wieder einen so großen Platz in seinem Leben einnimmt, kann Robert selbst nur schwer in einen einzelnen Grund übersetzen. Am ehesten beschreibt er es als Lebensgefühl.

Musik ermöglicht ihm, Gedanken und Emotionen auszudrücken, für die normale Worte manchmal nicht ausreichen. Würden morgen sämtliche Streamingzahlen, Likes und Statistiken verschwinden, würde er deshalb trotzdem weitermachen.

Es ist sein Sound, es sind seine Gedanken und es ist seine Art zu kommunizieren. Andere Menschen schreiben, malen oder erzählen Geschichten. Robert macht Musik.

🟨 MORGEN DARF SYNDAK ANDERS KLINGEN ALS HEUTE

Robert möchte SYNDAK weiterentwickeln, ohne schon heute festzulegen, wo diese Entwicklung enden muss. ELARA wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig möchte er weiter experimentieren und Kombinationen ausprobieren, die im ersten Moment vielleicht überhaupt nicht zusammenzupassen scheinen.

In drei Jahren wünscht er sich vor allem eines: eine eigene SYNDAK-Fanbase. Sie muss nicht die größte sein, aber sie soll echt sein.

Und dann gibt es noch einen Traum, der momentan weit entfernt erscheint: einen SYNDAK-Song auf Tomorrowland. Robert müsste dafür nicht einmal selbst auf der Bühne stehen. Allein dort zu sein und plötzlich einen eigenen Track über die Anlage zu hören, wäre für ihn einer dieser Momente, in denen er sagen könnte: Dafür hat sich der ganze Weg gelohnt.

🟨 WAS VON SYNDAK BLEIBEN SOLL

Roberts Vorstellung davon, was langfristig von SYNDAK bleiben soll, ist erstaunlich unkompliziert. Wenn jemand in zwanzig Jahren zufällig einen seiner Tracks findet, muss dieser Mensch weder wissen, wer Robert war, noch seine Geschichte kennen.

Der Hörer soll den Song einfach starten und irgendwann denken: „Wow. Was für ein Zusammenspiel zwischen Sound und Vocals.“

Wenn das passiert, funktioniert die Musik noch. Vielleicht ist genau das für Robert die schönste Form von Erfolg.

🟨 ROBERT TRIFFT SYNDAK

Wenn Robert und SYNDAK zwei unterschiedliche Personen wären und sich irgendwann gegenübersitzen würden, würde das Gespräch wahrscheinlich nicht besonders lange dauern. Robert würde SYNDAK ansehen und sagen: „Du denkst zu viel.“ SYNDAK würde antworten: „Das habe ich von dir.“

Neugierig, perfektionistisch und experimentierfreudig sind die drei Begriffe, mit denen Robert sich selbst beschreibt. Seinem jüngeren Ich würde er heute raten, Fehler zu machen, Dinge auszuprobieren und weniger Zeit mit der Frage zu verschwenden, ob andere Menschen verstehen, was er macht.

Musik ist für ihn die Möglichkeit, aus Gedanken und Gefühlen etwas entstehen zu lassen, das ein anderer Mensch hören und anschließend auf seine eigene Weise verstehen kann. Auch seine Botschaft an die Leserinnen und Leser von WILD passt genau dazu: Musik neugierig hören, auch Künstlern eine Chance geben, deren Namen man noch nie gehört hat, und nicht ausschließlich nach Streams, Genres, Algorithmen oder den Werkzeugen urteilen, die bei einer Produktion verwendet wurden.

Erst auf Play drücken.

Und dann entscheiden, was die Musik mit einem macht.