WILD

WILD Deep Dive

Warner Music und Suno: Erstmals Einnahmen für Künstler durch KI-Musikgenerierung

Warum der v6-Launch ein Wendepunkt ist und warum gleichzeitig sieben offene Rechtsstreitigkeiten weiterlaufen

Text: WILD Redaktion ·

Warner Music und Suno: Erstmals Einnahmen für Künstler durch KI-Musikgenerierung

Warner Music Group hat am 9. September 2026 gemeinsam mit Suno eine vollständig lizenzierte KI-Musikmodellreihe vorgestellt. Das Modell v6 wurde auf Material von Warner, BMG und Believe trainiert, alte Modelle wurden abgeschaltet, und erstmals fließen Einnahmen aus Musikerstellung direkt an Rechteinhaber. Doch die Details des Revenue-Share bleiben geheim, Universal Music Group und Sony Music verklagen Suno weiter, und sieben separate Verfahren zeigen, wie umstritten die neue Praxis bleibt.

Am 9. September 2026 stellten Suno und Warner Music Group gemeinsam die Modellreihe v6 vor. Es war der Moment, auf den Robert Kyncl, CEO von Warner Music Group, seit Monaten hingearbeitet hatte. In einem internen Memo, das noch am selben Tag an die Mitarbeiter ging, bezeichnete er den Deal als Meilenstein.

Er schrieb, es sei das erste Mal, dass Künstler und Songwriter von Warner an Einnahmen aus Musikerstellung beteiligt würden, nicht nur an Einnahmen aus dem Konsum ihrer Musik.

Die Tragweite dieser Unterscheidung ist kaum zu überschätzen. Seit Jahrzehnten fließen Tantiemen an Musikschaffende durch Radiosender, Streamingdienste und Synchronisation.

KI-Musikgeneratoren hatten diese Gleichung bisher unterlaufen: Die Modelle wurden mit urheberrechtlich geschütztem Material trainiert, Nutzer generierten neue Songs, und die ursprünglichen Künstler gingen leer aus. Der Suno-Deal sollte das ändern.

Suno teilte am selben Tag mit, die Modellreihe v6 sei auf Material trainiert worden, das Warner Music Group, BMG und Believe bereitgestellt hatten. Die bisherigen Modelle, die ohne Erlaubnis auf Werken von Künstlern und Songwritern trainiert worden seien, wurden abgeschaltet.

Suno-CPO Jack Brody bestätigte die Abschaltung in einem separaten Statement. Die neuen Modelle gingen online, während Suno das alte System vom Netz nahm.

Ab dem 9. September 2026 werden Warner-Künstler und -Songwriter an den Einnahmen von Sunos mehr als zwei Millionen zahlenden Abonnenten beteiligt. Wie viel Geld das tatsächlich ist, teilte kein Unternehmen mit.

Kyncl schrieb in seinem Memo, der neue einnahmebasierte Erlösstrom werde wachsen, wenn weitere Partner eigene KI-gestützte Fan-Engagement-Angebote starteten. Er nannte Spotify, Udio, Klay und Stability als Beispiele.

🟨 DER DEAL VOM 9. SEPTEMBER 2026: WAS TATSÄCHLICH PASSIERTE

Der 9. September 2026 war kein gewöhnlicher Produktlaunch. Suno stellte an diesem Tag drei Modelle vor: v6 als Flaggschiff für Pro- und Premier-Abonnenten, v6-wild für unerwartete und ambitionierte Ergebnisse sowie die schnellere, kostenlose Edition v6-mini. Suno-CEO Mikey Shulman sagte, v6 sei der bislang größte Schritt zur Vision, dass mehr Menschen die Freude am Musikmachen erleben könnten.

Technisch beschrieb Suno die Modelle als schneller, ausdrucksstärker und von höherer Qualität als ihre Vorgänger. Neue Funktionen sollten Erstellern mehr Kontrolle über ihre Musik geben. Suno-CPO Jack Brody sagte, v6 sei vollständig von Grund auf neu trainiert worden, auf Daten, die sich von denen der vorherigen Modelle unterschieden.

Die zum Training verwendeten Daten enthielten ausdrücklich keine Daten von Universal Music Group oder Sony Music Entertainment. Beide Major-Labels sind weiterhin Kläger im laufenden Verfahren gegen Suno.

Warner sicherte im Deal mehrere Schutzmaßnahmen. Kyncl schrieb, das Unternehmen habe Takedown-Rechte, Download-Limits und Wasserzeichen in den Outputs durchgesetzt. Free-Tier-Nutzer haben demnach nur sieben Downloads insgesamt, danach ist ein kostenpflichtiges Konto erforderlich.

Die Nutzungsbedingungen von Suno wurden zum 3. September 2026 angepasst. Suno trat darin seine Rechte an Outputs, die Pro- und Premier-Abonnenten generieren, an diese ab, vorbehaltlich kommerzieller Nutzungsbeschränkungen.

Believe, die dritte Partnersäule neben Warner und BMG, umfasst Repertoire von Believe und TuneCore. Künstler und Labels können sich für neue lizenzierte Musikprodukte entscheiden, ein Opt-in-Verfahren. Believe-Gründer Denis Ladegaillerie sagte, die Partnerschaft gebe Künstlern und Labels eine sinnvolle Wahl, wie sie teilnehmen und ihre Rechte schützen können, und ermögliche ihnen, am Wert innovativer KI-Technologien teilzuhaben.

🟨 DIE VORGESCHICHTE: VOM KLÄGER ZUM PARTNER

Die Geschichte hinter dem Deal ist eine des pragmatischen Wandels. Im Juni 2024 verklagten Warner Music Group, Universal Music Group und Sony Music Suno wegen behaupteter Urheberrechtsverletzung an ihren Soundaufnahmen. Die Klage wurde in Boston eingereicht, koordiniert von der RIAA. Suno habe, so der Vorwurf, urheberrechtlich geschützte Musik ohne Lizenz zum Training seiner Modelle verwendet.

Die Verfahren zogen sich durch das Jahr 2025. Suno räumte später ein, Audiodaten mittels YT-DLP von YouTube für das Training bezogen zu haben, wie das Unternehmen in seiner am 1. September 2026 eingereichten Antwort zugab.

Zugleich stellte Suno die Klagebefugnis der Labels infrage. Die Labels reichten am 25. August 2026 eine geänderte Klage ein, die Suno die Umgehung von YouTubes Anti-Download-Technologie vorwarf.

Ende 2025 dann die Wende. Warner einigte sich mit Suno auf eine Partnerschaft, die WMGs Teil der Klage beilegte. Universal Music Group und Sony Music blieben als Kläger im Verfahren.

Die Partnerschaft wurde am 25. November 2025 öffentlich angekündigt.

Suno sagte zu, 2026 neue, fortschrittlichere und lizenzierte Modelle einzuführen und die damals aktuellen Modelle abzuschaffen. Audio-Downloads sollten künftig ein bezahltes Konto erfordern. Songs, die im Free-Tier erstellt wurden, sollten nicht herunterladbar sein, sondern nur abspielbar und teilbar.

Im Zuge der Partnerschaft übernahm Suno die Plattform Songkick von Warner Music Group. Songkick ist eine Live-Musik- und Konzert-Entdeckungsplattform. Der Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht.

Die Ankündigung enthielt zudem den Satz, Künstler und Songwriter behielten die volle Kontrolle darüber, ob und wie ihre Namen, Bilder, Ähnlichkeiten, Stimmen und Kompositionen in neuen KI-generierten Songs verwendet werden.

BMG unterzeichnete seine Vereinbarung mit Suno im August 2026, einen Monat vor dem v6-Launch. Die Reihenfolge der Partnerschaften war damit klar: Warner zuerst, dann BMG, dann Believe. Alle drei Partner haben nun lizenzierte Modelle. Universal Music Group und Sony Music sind außen vor.

🟨 WAS V6 VON DEN VORGÄNGERN UNTERSCHEIDET

Suno v6 ist nicht einfach eine verbesserte Version der vorherigen Modelle. Suno-CPO Jack Brody sagte, das Modell sei vollständig von Grund auf neu trainiert worden, auf Daten, die sich von den vorherigen Modellen unterscheiden.

Das ist eine erhebliche technische Aussage, denn sie trennt die Haftung. Die alten Modelle, die auf nicht lizenziertem Material trainiert worden seien, wurden am 9. September 2026 abgeschaltet.

Die vertraglichen Auflagen, die Warner durchsetzte, umfassen nach Kyncls Darstellung Takedown-Rechte, Download-Limits und Wasserzeichen in den Outputs. Free-Tier-Nutzer haben ein Gesamtlimit von sieben Downloads. Das ist eine deutliche Einschränkung gegenüber dem vorherigen Modell, bei dem Downloads praktisch unbegrenzt waren.

Suno Studio, die professionelle Schnittstelle, bleibt von diesen Einschränkungen ausgenommen und bietet weiterhin unbegrenzte Downloads.

Suno passte seine Nutzungsbedingungen zum 3. September 2026 an. Die neuen Bedingungen regeln die Rechteabtretung an generierten Outputs.

Pro- und Premier-Abonnenten erhalten Suno zufolge die Rechte an ihren generierten Songs, vorbehaltlich kommerzieller Nutzungsbeschränkungen. Das ist ein Unterschied zu den vorherigen Bedingungen, bei denen die Rechtslage für generierte Musik unklar war.

Ein technisches Detail, das Music Business Worldwide berichtete: Suno ermittelt das Präferenzverhalten seiner Nutzer. Bei jeder Erstellung werden zwei Versionen eines Songs generiert. Suno nutzt Signale darüber, welche Version ein Nutzer bevorzugt, für das Modell-Lernen.

Das bedeutet, das System verbessert sich kontinuierlich basierend auf Nutzerfeedback, ein Aspekt, der in der öffentlichen Diskussion über KI-Musik selten erwähnt wird.

Die Frage, ob v6-wild und v6-mini auf dem gleichen lizenzierten Material trainiert wurden wie das Flaggschiff-Modell v6, beantworten die vorliegenden Quellen nicht explizit. Das ist eine Lücke, die Künstlern und Branchenbeobachtern Sorgen bereiten dürfte. Suno hat keine separate Erklärung dazu abgegeben, ob die kleineren Modelle als separates Training oder als abgeleitete Varianten entstanden sind.

🟨 DIE 3-L-STRATEGIE UND DAS ANTHROPIC-VERFAHREN

Kyncl ordnete den Suno-Deal in seiner internen Mitteilung in einen größeren strategischen Rahmen ein. Er nannte ihn die 3-L-Strategie: Licensing, Litigation und Legislation. Lizenzierung sei das wirksamste Instrument zum Schutz von Künstlern und Songwritern, aber nur ein Teil der Gesamtstrategie.

Parallel zu der Suno-Partnerschaft verfolgt Warner Music Group weitere rechtliche Wege. Im August 2026 verklagte WMG das KI-Unternehmen Anthropic. Der Vorwurf: Anthropic habe Millionen urheberrechtlich geschützter Songtexte von Piraten-Websites heruntergeladen, um seine Claude-Modelle zu trainieren und rechtsverletzende Outputs zu erzeugen. Der Ausgang des Verfahrens ist zum Prüfzeitpunkt nicht bekannt.

Auf der legislativen Ebene unterstützt Warner den NO FAKES Act. Der überparteiliche Gesetzesentwurf würde ein bundesstaatliches Eigentumsrecht an der visuellen Ähnlichkeit und der Stimme jeder Person schaffen. Kyncl bekräftigte diese Unterstützung in seinem Memo.

Ob der NO FAKES Act zum Prüfzeitpunkt bereits verabschiedet wurde, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht belegen. Die Quellen dokumentieren nur die Unterstützung durch Warner, nicht den aktuellen Gesetzgebungsstand.

Die 3-L-Strategie ist damit ein Dreiklang aus Deals, Prozessen und Gesetzen. Der Suno-Deal fällt in die erste Kategorie. Er zeigt, dass Lizenzierung möglich ist und dass Unternehmen wie Suno bereit sind, Revenue-Sharing zu akzeptieren.

Ob das Modell skalierbar ist, ob andere KI-Unternehmen vergleichbare Bedingungen akzeptieren werden und ob die legislativen Bemühungen Erfolg haben, bleibt offen.

🟨 DIE OFFENEN KLAGEFRONTEN GEGEN SUNO

Der Suno-v6-Deal beendet nicht alle Rechtsstreitigkeiten rund um das Unternehmen. Im Gegenteil: Die Liste der offenen Verfahren ist lang. Universal Music Group und Sony Music Entertainment sind weiterhin Kläger im koordinierten RIAA-Verfahren in Boston.

Die Sachverhaltsermittlung, fact discovery, endet am 30. September 2026.

Das ist ein kritischer Zeitpunkt: Nach diesem Datum könnte das Verfahren in die heiße Phase übergehen.

Die Labels reichten am 25. August 2026 eine geänderte Klage ein. Der neue Vorwurf: Suno habe YouTubes Anti-Download-Technologie umgangen, um Audiodaten für das Training zu beschaffen.

Suno räumte ein, Audiodaten mittels YT-DLP von YouTube bezogen zu haben, bestritt aber die Klagebefugnis der Labels. Das Verfahren bleibt damit in der Schwebe.

Auch in Europa und Kanada gehen Verfahren weiter. Suno verlor am 31. Juli 2026 vor dem Landgericht München einen Urheberrechtsstreit gegen die GEMA.

Kanadas SOCAN verklagte Suno am 2. September 2026 beim Federal Court of Canada.

Die dänische Koda hatte Suno bereits im November 2025 in Kopenhagen verklagt.

Besonders aggressiv tritt Round Hill Music auf. Der Publisher verklagte Suno und das Data-Scraping-Unternehmen Bright Data am 17. August 2026. Round Hill gab an, der Schadensersatz könne eine Milliarde US-Dollar erreichen oder übersteigen.

Das Unternehmen erklärte ausdrücklich, keine Einigung anzustreben. Das ist eine klare Ansage: Nicht alle Rechteinhaber wollen Deals. Manche wollen Vergeltung.

Am 1. September 2026 reichte der Singer-Songwriter Jason Isbell gemeinsam mit drei weiteren Künstlern eine vorgeschlagene Sammelklage ein. Der Vorwurf: Suno habe ihre Namen und Ähnlichkeiten ohne Zustimmung kommerziell verwertet. Das ist eine andere Kategorie als die Urheberrechtsklagen der Labels.

Hier geht es um das Recht am eigenen Bild, an der Stimme, an der persönlichen Identität. Der NO FAKES Act, den Warner unterstützt, würde genau dieses Thema adressieren.

🟨 DIE FINANZIELLEN KONDITIONEN: WAS BEKANNT IST UND WAS NICHT

Die Grundstruktur des Revenue-Share ist einfach: Suno teilt ab dem Starttag von v6 einen Teil seines Umsatzes mit den Partnern Warner, BMG und Believe. Die Partner sind dafür verantwortlich, dieses Kapital an ihre Künstler und Songwriter zu verteilen.

Kyncl schrieb, WMG-Künstler und -Songwriter würden ab dem 9. September 2026 an den Einnahmen von Sunos mehr als zwei Millionen zahlenden Abonnenten beteiligt.

Alles darüber hinaus ist unbekannt. Die genauen Prozentsätze, die Berechnungsbasis, die Verteilungsmechanik an Künstler, all das haben die Unternehmen nicht veröffentlicht. Es gibt keine öffentliche Erklärung darüber, welcher Anteil des Suno-Umsatzes an die Partner fließt, wie dieser Anteil unter den drei Partnern aufgeteilt wird und wie Warner seinerseits die Vergütung an seine Künstler und Songwriter kalkuliert.

Das ist ein strukturelles Problem für die Bewertung des Deals. Ohne konkrete Zahlen lässt sich nicht beurteilen, ob der Revenue-Share für Künstler und Songwriter substanziell ist oder ob es sich um einen symbolischen Betrag handelt.

Zwei Millionen zahlende Abonnenten klingt nach viel, aber Suno hat nicht offengelegt, wie viele davon Pro- oder Premier-Abonnenten sind, die höhere Beiträge zahlen, und wie viel des Umsatzes nach Betriebskosten übrig bleibt.

Ein weiterer offener Punkt betrifft die Opt-out-Möglichkeiten. Believe bietet Künstlern und Labels über sein Repertoire eine Opt-in-Option für neue lizenzierte Musikprodukte. Ob Warner seinen Künstlern und Songwritern eine vergleichbare Opt-out-Möglichkeit einräumt, also das Recht, die Nutzung ihrer Musik für das KI-Training zu verweigern, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht beantworten.

Das ist eine fundamentale Frage für die betroffenen Künstler, die in den öffentlichen Verlautbarungen nicht adressiert wird.

🟨 WAS DAS MODELL FÜR UNABHÄNGIGE KÜNSTLER UND DIE BRANCHE BEDEUTET

Kyncl nannte in seinem Memo Spotify, Udio, Klay und Stability als künftige Partner, die eigene KI-gestützte Fan-Engagement-Angebote und Plattformen starten könnten. Das ist die Vision: Revenue-Share nicht nur bei Suno, sondern branchenweit.

Wenn Streamingdienste, Apps und Plattformen KI-Tools anbieten, die auf lizenziertem Material trainiert wurden, könnten Künstler an den Einnahmen partizipieren.

Der Rivale Udio hat diesen Weg bereits teilweise beschritten. Nach der Beilegung von Universal Music Groups Klage im Oktober 2025 schloss Udio Lizenzverträge mit Universal Music Group, Warner Music Group, Merlin und Kobalt.

Das ist ein anderes Modell als Suno: Udio hat die Klage beigelegt und danach Deals abgeschlossen, Suno hat Deals abgeschlossen und danach weitere Klagen bleiben anhängig.

Believe-Gründer Denis Ladegaillerie formulierte es zurückhaltend. Die mit Suno erarbeitete Partnerschaft gebe Künstlern und Labels eine sinnvolle Wahl, wie sie teilnehmen und ihre Rechte schützen können, und ermögliche ihnen, am Wert innovativer KI-Technologien teilzuhaben. Er sprach von einer sinnvollen Wahl, nicht von einem Triumph.

Für unabhängige Künstler, die weder bei Warner noch bei BMG oder Believe unter Vertrag stehen, ist die Lage weniger klar. Sie sind weder in das Training einbezogen noch automatisch am Revenue-Share beteiligt. Die Frage, ob und wie sie von der neuen Struktur profitieren können, beantworten die vorliegenden Quellen nicht.

Ihr Repertoire wurde nicht für das Training von v6 verwendet, so Suno-CPO Brody, aber die breitere KI-Musiklandschaft entwickelt sich unabhängig von diesem einen Deal.

🟨 OFFENE FRAGEN UND UNBEANTWORTETE PUNKTE

Der Suno-v6-Deal ist ein Fortschritt gegenüber dem vorherigen Zustand, in dem KI-Unternehmen Musik ohne Lizenz und ohne Vergütung verwendeten. Aber er löst nicht alle Probleme. Einige davon lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht einmal präzise benennen, weil zentrale Informationen nicht veröffentlicht wurden.

Die Opt-out-Frage bleibt offen. Ob WMG-Künstler und -Songwriter die Nutzung ihrer Musik für das Training der Suno-Modelle ablehnen können, ist in den vorliegenden Quellen nicht beantwortet. Das ist eine fundamentale Information für die Betroffenen.

Ein Opt-out-Recht wäre ein deutliches Signal, dass Warner die Kontrolle seiner Künstler über deren Repertoire ernst nimmt. Ein fehlendes Opt-out-Recht würde bedeuten, dass Künstler automatisch Teil des Systems sind, ohne explizite Einwilligung.

Die Konditionen des Revenue-Share sind unbekannt. Ohne transparente Zahlen lässt sich nicht beurteilen, ob der Deal für Künstler und Songwriter wirtschaftlich relevant ist oder ob er primär der Imagepflege dient.

Zwei Millionen zahlende Abonnenten sind eine Zahl, aber der durchschnittliche Umsatz pro Abonnent ist unbekannt, der Anteil, der an Partner fließt, ist unbekannt, und die Verteilung an Künstler ist unbekannt.

Der Ausgang des Anthropic-Verfahrens ist offen. Kyncl erwähnte die Klage in seinem Memo als Teil der 3-L-Strategie, aber der Ausgang des Verfahrens ist zum Prüfzeitpunkt nicht bekannt. Anthropic hat sich zu dem Vorwurf noch nicht öffentlich geäußert.

Der NO FAKES Act bleibt in der Schwebe. Warner unterstützt den überparteilichen Gesetzesentwurf, aber ob er verabschiedet wurde, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht belegen. Sollte er scheitern, fehlt der bundesstaatliche Rahmen für den Schutz von Stimme und visueller Ähnlichkeit.

Die Lizenzierung von v6-wild und v6-mini ist unbestätigt. Suno hat nicht explizit erklärt, ob die kleineren Modelle auf dem gleichen lizenzierten Material trainiert wurden wie das Flaggschiff v6. Sollte das nicht der Fall sein, könnten Nutzer, die v6-mini verwenden, unbeabsichtigt mit nicht lizenzierten Outputs interagieren.

Ob Universal Music Group und Sony Music vergleichbare Lizenzpartnerschaften mit Suno abschließen werden, ist zum Prüfzeitpunkt offen. Beide sind weiterhin Kläger im Bostoner Verfahren.

Ein Abschluss könnte das Modell endgültig als Branchenstandard etablieren. Ein Scheitern würde bedeuten, dass Suno mit einem Teil der Branche lizenziert arbeitet und mit einem anderen Teil prozessiert.

Die Download-Limits für Free-Tier-Nutzer sind zum Prüfzeitpunkt nicht bestätigt aktuell. Die vorliegenden Quellen nennen sieben Downloads insgesamt. Es ist nicht auszuschließen, dass Suno diese Limite seit dem Launch angepasst hat, ohne dies öffentlich zu kommunizieren.