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TIDAL kassiert, KI-Künstler gehen leer aus?

Der Streamingdienst will vollständig KI-generierte Musik nicht mehr vergüten. Eine Entscheidung, die die gesamte Musikbranche erschüttern könnte.

Text: Andreas Arndt ·

TIDAL kassiert, KI-Künstler gehen leer aus?

Die Diskussion um Künstliche Intelligenz in der Musik erreicht eine neue Eskalationsstufe. Während sich die Schlagzeilen in den vergangenen Monaten vor allem um Klagen der großen Musiklabels gegen KI-Plattformen wie Suno und Udio drehten, sorgt nun ausgerechnet ein Streamingdienst für Aufsehen.

TIDAL hat angekündigt, vollständig KI-generierte Musik künftig zwar weiterhin auf der Plattform anzubieten, dafür aber keine Royalties mehr auszuzahlen.

Mit anderen Worten:

Die Songs dürfen gestreamt werden.

Sie dürfen Hörer auf die Plattform bringen.

Sie dürfen Reichweite erzeugen.

Doch die Menschen hinter diesen Songs sollen dafür kein Geld mehr erhalten.

Eine Entscheidung, die weltweit für heftige Diskussionen sorgt.

Der nächste Schlag gegen KI-Künstler?

Noch vor wenigen Wochen stand vor allem die Frage im Raum, ob KI überhaupt mit urheberrechtlich geschützter Musik trainiert werden darf.

Jetzt verschiebt sich die Debatte.

Es geht nicht mehr darum, ob KI-Musik existieren darf.

Es geht darum, ob ihre Urheber überhaupt noch bezahlt werden sollen.

TIDAL setzt damit ein deutliches Zeichen.

Doch viele Künstler fragen sich inzwischen, ob dieses Zeichen am Ende die Falschen trifft.

Streams erzeugen Geld. Aber wer bekommt es?

Genau hier beginnt die eigentliche Diskussion.

Ein Song, der auf einer Streamingplattform läuft, erzeugt wirtschaftlichen Wert.

Er sorgt dafür, dass Menschen Musik hören.

Er hält Abonnenten auf der Plattform.

Er schafft Reichweite.

Er produziert Streams.

Und Streams sind das Geschäftsmodell jedes Streamingdienstes.

Deshalb stellen sich nun viele Künstler eine einfache Frage:

Wenn ein Song Einnahmen erzeugt, warum soll ausschließlich der Künstler leer ausgehen?

Denn eines ist klar.

Die Plattform verdient weiterhin an ihren Abonnements.

Die Musik bleibt online.

Nur die Vergütung für den Urheber soll entfallen.

Dieser Punkt sorgt aktuell für die größte Kritik.

Wo endet KI und wo beginnt der Mensch?

Noch komplizierter wird die Frage, wenn man sich moderne Musikproduktionen anschaut.

Viele Künstler arbeiten heute mit KI.

Nicht, weil sie keine Ideen haben.

Sondern weil KI längst zu einem kreativen Werkzeug geworden ist.

Texte werden selbst geschrieben.

Melodien mehrfach überarbeitet.

Songs in professionellen DAWs gemischt und gemastert.

Cover gestaltet.

Musikvideos produziert.

Marketing betrieben.

Die KI übernimmt dabei oft nur einzelne Arbeitsschritte.

Doch wo verläuft die Grenze?

Wann ist ein Song wirklich 100 Prozent KI-generiert?

Und wer entscheidet das?

Bis heute gibt es darauf keine allgemein anerkannte Antwort.

Gerade deshalb befürchten viele Musiker Fehlentscheidungen oder eine pauschale Bewertung kreativer Arbeiten.

Ein Präzedenzfall für die gesamte Branche

Sollte sich dieses Modell etablieren, könnte es weitreichende Folgen haben.

Denn wenn ein Streamingdienst entscheidet, welche Musik vergütet wird und welche nicht, könnten andere Plattformen genau beobachten, wie Künstler und Nutzer darauf reagieren.

Die eigentliche Sorge vieler Musiker lautet deshalb:

Ist TIDAL nur der Anfang?

Werden Spotify, Apple Music oder Amazon Music ähnliche Wege gehen?

Noch gibt es darauf keine Hinweise.

Doch die Diskussion hat begonnen.

Die Community schlägt Alarm

In den sozialen Netzwerken häufen sich kritische Stimmen.

Viele Nutzer begrüßen zwar Transparenz bei KI-Musik.

Doch zahlreiche Kommentare richten sich gegen den finanziellen Teil der neuen Richtlinie.

Immer wieder taucht dieselbe Frage auf:

Warum darf ein Streamingdienst an einem Song verdienen, wenn der Urheber davon nichts mehr erhält?

Diese Frage dürfte TIDAL in den kommenden Wochen wohl häufiger beantworten müssen.