Vom Piratensender zur KI-Musik
Die außergewöhnliche Geschichte von Radiomann24
Text: Andreas Arndt ·

SWISTTAL-MIEL. Manchmal beginnt eine Geschichte an einem Ort, an dem sie niemand vermuten würde. Nicht in einem Tonstudio. Nicht auf einer großen Bühne. Nicht vor tausenden Zuschauern.
Sondern unter einer Küchenklappe.
Dort, im alten Vorratskeller des Elternhauses in Aachen, versteckte sich einst die Sendetechnik von Frans van Dinthers Vater. Er war Teil des legendären niederländischen Piratensenders Radio Veronica und ging regelmäßig auf Sendung. Während andere Kinder draußen spielten, schaute der kleine Frans fasziniert zu, wie aus Mikrofonen, Kabeln und Schallplatten ein Radioprogramm entstand, das Menschen erreichte.
Damals ahnte wohl niemand, dass diese Momente sein ganzes Leben prägen würden.
Musik war nie nur ein Hobby
Geboren wurde Frans van Dinther 1963 in Goch. Sein Lebensweg führte ihn über Aachen, Hagen und Meckenheim bis nach Swisttal-Miel, wo er heute lebt.
Doch egal, wohin ihn das Leben verschlug, die Musik war immer dabei.
Viele Jahre stand Frans selbst hinter den Plattentellern. Als DJ sorgte er auf Hochzeiten, Betriebsfeiern, Sportveranstaltungen und zahlreichen Festen für die passende Stimmung. Von kleinen Familienfeiern mit gerade einmal vier Gästen bis hin zu Veranstaltungen mit rund 600 Besuchern in der Hagener Stadthalle lernte er vor allem eines: Musik bringt Menschen zusammen.
Aus dieser Zeit besitzt er noch heute zahlreiche Erinnerungen und Videos, die ihn an viele besondere Momente erinnern.
Doch das Leben verläuft selten geradlinig. Private Veränderungen führten dazu, dass Frans seine Tätigkeit als DJ irgendwann beenden musste.
Für viele wäre damit ein großer Traum zu Ende gewesen.
Für Frans begann lediglich ein neues Kapitel.
Das Radio ließ ihn nie los
Mit dem Einzug des Internets eröffnete sich eine völlig neue Welt.
Etwa ab 2005 moderierte Frans bei Storyville Live und entdeckte die Möglichkeiten des Webradios. Später betrieb er sogar bis 2015 seinen eigenen Sender auf Flatcast. Heute ist er als Moderator bei Family Radio regelmäßig zu hören.
Wer ihm zuhört, merkt schnell, dass hier kein Moderator sitzt, der einfach nur Musiktitel ankündigt.
Frans möchte Menschen durch den Tag begleiten.
Mal mit guter Laune.
Mal mit nachdenklichen Momenten.
Mal mit einem Lächeln.
Und manchmal einfach mit einem Song, der genau im richtigen Augenblick läuft.
Als KI-Musik entstand, öffnete sich eine neue Tür
Während viele noch darüber diskutierten, ob künstliche Intelligenz Musik überhaupt erschaffen sollte, erkannte Frans sofort die Möglichkeiten.
Nicht, weil er den Menschen ersetzen wollte.
Sondern weil die Technik ihm etwas ermöglichte, was vorher kaum denkbar war.
Eigene Geschichten.
Eigene Texte.
Eigene Gefühle.
Verwandelt in Musik.
So entstand auch der Künstlername Radiomann24. Ein Name, der zunächst spontan gewählt wurde und heute für einen Künstler steht, der sich bewusst nicht auf ein Genre festlegen möchte.
Seine Musik reicht von gefühlvollen Balladen über Rock und Country bis hin zu Rap. Dabei greift er Themen auf, die das Leben schreibt. Liebe, Freundschaft, Hoffnung, Politik, Krieg oder das tägliche Miteinander.
Für Frans zählt dabei nur eine Frage:
Berührt ein Song die Menschen?
Keine Jagd nach Ruhm
In einer Zeit, in der sich vieles um Klickzahlen, Streams und Reichweiten dreht, wirkt Frans angenehm bodenständig.
Er möchte kein Superstar sein.
Er braucht keinen Starrummel.
Er möchte einfach Musik machen.
Musik, die ehrlich ist.
Musik, die Gefühle transportiert.
Musik, in der sich andere Menschen wiederfinden können.
Besonders bewegen ihn Nachrichten von Hörern, die ihm schreiben:
“In diesem Lied habe ich mich wiedergefunden.”
Oder:
“Dein Song hat mich zu Tränen gerührt.”
Für Frans sind genau diese Rückmeldungen der größte Erfolg.
Denn Musik ist für ihn weit mehr als Unterhaltung.
Sie kann Trost schenken.
Mut machen.
Erinnerungen wecken.
Oder Menschen zeigen, dass sie mit ihren Gefühlen nicht alleine sind.
Musik kennt keine Grenzen
Dass viele Menschen heute dank künstlicher Intelligenz eigene Songs erschaffen können, empfindet Frans als große Bereicherung.
Nicht jeder kann ein Instrument spielen.
Nicht jeder hat Gesangsunterricht erhalten.
Doch jeder Mensch hat Geschichten.
Gefühle.
Erlebnisse.
Die KI gibt vielen kreativen Köpfen erstmals die Möglichkeit, all das hörbar zu machen.
Genau darin sieht Frans ihre größte Stärke.
Nicht als Ersatz für Kreativität.
Sondern als Werkzeug, das neue kreative Türen öffnet.
Auch abseits der Musik kreativ
Wer Frans kennt, weiß, dass seine Kreativität nicht beim Schreiben von Songtexten endet.
Mit Leidenschaft arbeitet er auch mit Holz und bezeichnet sich selbst augenzwinkernd als “Holzwurm”. Immer wieder entstehen in seiner Werkstatt neue Ideen und handwerkliche Projekte.
Vielleicht ist genau das seine größte Stärke.
Ob Radio.
Musik.
Oder Handwerk.
Frans erschafft Dinge mit Herz.
Ein Traum bleibt
Obwohl Frans heute seinen Ruhestand genießt, denkt er noch lange nicht ans Aufhören.
Neue Songideen entstehen fast täglich.
Neue Texte ebenfalls.
Und einen Wunsch trägt er bis heute in sich.
Eines Tages möchte er seine schönsten Songs auf einer eigenen CD oder sogar auf Vinyl veröffentlichen.
Nicht wegen des Geldes.
Nicht wegen des Ruhms.
Sondern weil es für ihn die Krönung eines Lebens wäre, das seit frühester Kindheit von Musik begleitet wird.
Von der versteckten Radiotechnik unter einer Küchenklappe bis hin zu modernen KI-Kompositionen zieht sich ein roter Faden durch sein Leben.
Ein Faden, der nie gerissen ist.
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