Australien hat nicht nur Regeln für KI-Musik angekündigt, sondern sie inzwischen angewendet. Der zuvor erfolgreiche „Like a Prayer“-Track von Josh Fawaz ist aus den ARIA-Charts gefallen, während ARIA-Chefin Annabelle Herd deutlich macht, dass KI-generierte Lead-Vocals und zentrale Instrumentalparts die Grenze überschreiten. Doch genau dort beginnt das eigentliche Problem: Wo endet KI-Unterstützung und wo beginnt ein KI-generierter Song?
Aitana Lopez sieht aus wie eine erfolgreiche Influencerin, hat eine große Community und funktioniert auf Instagram wie viele andere digitale Persönlichkeiten auch. Der entscheidende Unterschied: Sie ist kein Mensch. Instagram reagiert nun mit einem neuen Transparenz-Label für KI-Profile, doch die eigentliche Frage geht tiefer. Was bedeutet es für echte Artists, wenn künstliche Identitäten auf denselben Plattformen um Aufmerksamkeit, Reichweite und Werbegeld konkurrieren?
Ein Song von 2011 wird fünfzehn Jahre später zum weltweiten TikTok-Song des Sommers. Mehr als 42 Millionen Videos, über 55 Milliarden Aufrufe und eine neue Generation, die Katy Perrys „The One That Got Away“ teilweise zum ersten Mal entdeckt. Dahinter steckt mehr als Nostalgie, denn der Sommer 2026 zeigt, wie radikal Plattformen unsere Vorstellung davon verändern, wann Musik eigentlich neu, alt oder überhaupt vorbei ist.
Wer bei „IchPrompteSongs“ zuerst an einen Kanal denkt, auf dem zwei Menschen erklären, wie man möglichst effizient einen guten Suno-Prompt schreibt, greift deutlich zu kurz. Hinter dem Projekt stehen mit Peer und Paul zwei Musiker, Produzenten und Vermittler, deren musikalische Wege lange vor generativer KI begonnen haben.
Es gibt Menschen, deren Lebensweg scheinbar geradlinig verläuft. Beruf, Alltag, Freizeit. Alles folgt einer klaren Struktur. Und dann gibt es Menschen, die neben dieser Realität eine zweite Welt erschaffen. Eine Welt, in der Gefühle den Takt bestimmen, Musik zur Sprache wird und aus einer Leidenschaft Schritt für Schritt eine eigene Identität entsteht.
Die Warnung klingt dramatisch: Erst wird KI-Musik gekennzeichnet, dann gefiltert und irgendwann massenhaft von den Streamingplattformen gelöscht. Doch die tatsächliche Entwicklung ist wesentlich komplizierter.